Viernheim

Bildung Museum und Verein „Focus“ stellen gemeinsames Festprogramm vor / Töpferwerkstatt für den Nachwuchs

„Netzwerk“ schließt Afrika ein

Archivartikel

Viernheim.Unter dem Motto „Netzwerk Museum: Neue Wege, neue Besucher“ wird am Sonntag, 13. Mai, das Museumsfest im Heimatmuseum gefeiert. Am Internationalen Museumstag „netzwerken“ zwei Institutionen zusammen, die auch noch etwas anderes zu feiern haben. Die Museumsleitung blickt auf die fünf Jahre seit der Eröffnung des konzeptionell neu gestalteten Viernheimer Museums zurück. Und der Afrikaverein „Focus“ wurde vor 25 Jahren gegründet. 2003 fand das Museumsfest schon einmal in Kooperation statt, 15 Jahre später haben die beiden „Jubilare“ das Programm erneut gemeinsam erarbeitet.

Von 14 bis 18 Uhr werden nicht nur die Ausstellungsräume des Museums geöffnet und zu besichtigen sein. Vor allem an die jungen Museumsbesucher ist bei den Mitmach-Angeboten gedacht. Die Kinder können sich afrikanische Masken basteln, in der Töpferwerkstatt vorbeischauen oder sich mit afrikanischer Kleidung fotografieren lassen. Kurzfilme über die Arbeit von „Focus“ in der Region Silly werden in Dauerschleife vorgeführt.

Für die musikalische Unterhaltung sorgt die Band Fischlabor mit afrikanischen Melodien und Rhythmen. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt; so wird im Vorfeld frisches Brot gebacken und am Museumstag selbst kommt Pizza in den Holzofen – aber nicht klassisch rund. Die Besucher können den Pizzateig als afrikanische Maske backen.

„Beide, das Museum und der Verein ,Focus’, vermitteln auf ihre Art Wissen und haben damit enge Berührungspunkte“, betont Erster Stadtrat Jens Bolze bei der Vorstellung des Festprogramms. Das Viernheimer Museum wurde 2013 mit neuer Konzeption und didaktisch präsentierten Inhalten wieder eröffnet. Die Bürger stellten dem Museum Objekte, Dokumente und Fotos zur Verfügung oder steuerten Informationen als Zeitzeugen bei.

„Im Zuge der Neukonzeption haben wir unsere Haupttätigkeit auf die Museumspädagogik gelegt“, berichtet Museumsleiterin Gisela Wittemann. Vier Schulklassen haben die Museumspädagogik in ihrem Nachmittagsangebot. „Das ist dann kein klassischer Unterricht, sondern Anpacken und Ausprobieren“, erklärt Wittemann. Museumspädagogik ist auch bei Kindergeburtstagen immer gefragter.

Anfänge der Städtepartnerschaft

In der Dauerausstellung des Museums sind auch die Anfänge der Städtepartnerschaft zwischen Satonévri und Viernheim dokumentiert. Dagegen will der Verein „Focus“ darstellen, wie sich seine Aufgabe und sein Selbstverständnis in den vergangenen 25 Jahren gewandelt haben. „Damals war die Motivation, mildtätig zu helfen“, erinnert sich Bernhard Finkbeiner. Das Engagement habe sich aber gewandelt – die Afrikaner hätten ein anderes Selbstbewusstsein entwickelt und verstünden sich mittlerweile nicht mehr nur als Hilfe-Empfänger.

Die Bevölkerung in Silly ist auf dem Weg zur kommunalen Selbstverwaltung. Die Partner in Viernheim und in Burkina Faso begegnen sich inzwischen auf Augenhöhe, und in einem gleichrangigen Verhältnis wird gemeinsam an Problemen und Lösungen gearbeitet. „Wir nehmen mit und lassen uns mitnehmen – das ist die neue Vereinsphilosophie“, berichtet Finkbeiner.

Dazu gehört auch, sich als Nichtregierungsorganisation durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung anerkennen zu lassen. Mit den Fördergeldern des BMZ bewegt der Verein „Focus“ viel Geld in der Kooperationsarbeit Viernheim-Silly – im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Million Euro.

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