Viernheim

Bildung Landrat Engelhardt hofft auf Fertigstellung in drei Jahren / Standort noch unklar / Kosten von mindestens 15 Millionen Euro

Neue Grundschule geplant

Viernheim.Eile ist geboten. Darüber waren sich Landrat Christian Engelhardt, Bürgermeister Matthias Baaß, Sabine Ruth von der Jugendförderung sowie Rainer Kilian und Daniela Vogel vom Staatlichen Schulamt bei einer Pressekonferenz im Rathaus einig. Denn laut einer aktuellen Berechnung des Kreises steigt die Schülerzahl der Sechs- bis Zehnjährigen in Viernheim in den kommenden fünf Jahren um rund 200 Kinder an – auf insgesamt etwa 1400 Grundschüler. Deshalb soll jetzt so schnell wie möglich eine neue Bildungseinrichtung gebaut werden.

Der Zeitplan von Stadt, Staatlichem Schulamt und Kreis klingt ambitioniert: „Wenn alles gut läuft, ist die neue Grundschule in drei Jahren fertig“, erklärte Engelhardt. Weder in der Schiller- und Goetheschule (jeweils dreizügig) noch in der Friedrich-Fröbel- oder Nibelungenschule (jeweils vierzügig) seien genügend Räumlichkeiten vorhanden, um langfristig den Bedarf an vier weiteren Klassenzügen zu decken. Gerade im südlichen Ried sei der Bevölkerungsanteil der unter Sechsjährigen in den vergangenen drei Jahren um 18 Prozent gestiegen, betonte der Landrat. „Das ist zwar eine erfreuliche Entwicklung, die zeigt, dass die Menschen gerne hier leben und Familien zuziehen. Gleichzeitig stellt uns die Situation jedoch vor große Herausforderungen.“

Ungenaue Berechnung

Vogel und Kilian brachten als mögliche Übergangslösung Erweiterungsmodule zur Sprache, die an den jeweiligen Grundschulen aufgestellt werden könnten, um kurzfristig dem höheren Bedarf an Räumlichkeiten bis zur Fertigstellung des Neubaus gerecht zu werden. Denn als der aktuelle Schulentwicklungsplan vor fünf Jahren verabschiedet wurde, seien die Prognosen der Schülerzahlen noch geringer ausgefallen, so Engelhardt. Etwa die Neubaugebiete im Bannholzgraben sowie der Nordweststadt seien nicht in die Berechnung einbezogen worden und der steigende Bedarf aufgrund der zunehmenden Geburtenquote sowie der Flüchtlingswelle damals noch unklar gewesen.

„Gleichzeitig ist die Nachfrage der Ganztagsbetreuung gewachsen“, ergänzte Baaß. Die Quote belaufe sich mittlerweile auf über 50 Prozent, teilte Sabine Ruth von der Jugendförderung mit und betonte, dass die außerschulischen Lernangebote jährlich mit rund 220 000 Euro durch die Stadt gefördert werden. Vor allem die Vermittlung von sozialen Kompetenzen profitiere durch das umfangreiche Angebot.

Auf „mindestens 15 Millionen Euro“ bezifferte der Landrat die Baukosten für eine neue Grundschule inklusive Turnhalle – „sofern mit der Finanzierung alles klappt“. Im ganzen Kreis stehen Investitionen in Schulen an. Viernheim stehe auf der Prioritätenliste „aber sehr weit oben“. Dafür spricht, dass auch mit der Sanierung der Alexander-von-Humboldt-Schule zügig begonnen werden soll. Am Montag, 9. Dezember, findet um 18.30 Uhr eine Auftaktveranstaltung in der Mensa statt, „bei der alle Beteiligten – auch Eltern und Lehrer – Anregungen einbringen können“, versprach der Landrat.

Bereits in einer der nächsten Sitzungen des Kreistags soll ein Architektenbüro mit den ersten Planungen der neuen Grundschule beauftragt werden, bevor das Gremium im Frühjahr 2020 über den neuen Schulentwicklungsplan abstimmen wird, erklärte Engelhardt. Wo die fünfte Viernheimer Grundschule gebaut werden soll, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt. Favorisiert wird ein Standort am Treff im Bahnhof. Verhandlungen mit einem Eigentümer eines angrenzenden Grundstücks würden aber noch laufen, berichtete Bürgermeister Baaß.

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