Viernheim

Gesellschaft I Große Viernheimer Delegation bei der Partnerschaftsfeier in Franconville / Regelmäßiger Austausch der Stadtverwaltungen vereinbart

Neue Impulse für die Freundschaft

Archivartikel

Viernheim/Franconville.„Trotz der neuen Kommunikationstechnologien geht nichts über den direkten persönlichen Kontakt zwischen den Menschen, wenn es um die Pflege von Freundschaft und Gemeinschaft geht. Dafür war, ist und bleibt die Städtepartnerschaft eine schöne und solide Institution. Sie ist eine Institution, die in der Geschichte unserer Städte fest verwurzelt ist und sich nicht von den Volten der Politik aus der Fassung bringen lässt.“ Mit diesen Worten begann Bernadette Montalti, Mitglied des Gemeinderates von Viernheims Partnerstadt Franconville und zuständig für Städtepartnerschafts-Angelegenheiten, ihre Rede zur Begrüßung der großen Delegation aus Viernheim und der Delegation aus Potters Bar/Hertsmere (England).

Nach neun Stunden Busfahrt herrschte große Wiedersehensfreude, die vertrauten Gastfamilien zu sehen. Angeführt wurde die Viernheimer Delegation zur Partnerschaftsfeier von Bürgermeister Matthias Baaß mit Ehefrau Simone und Stadtverordnetenvorsteher Norbert Schübeler. Vom Französischen Club nahmen neben dem Ehepaar Peter (1. Vorsitzender) und Ute Lutz sechs weiterer Personen teil. Vereinsvertreter kamen von der Fußballabteilung des TSV Amicitia, der Volleyballabteilung des VTV 1893, vom 1. Viernheimer Judo Club und von der MSC Big Band. Schließlich nahem im Rahmen der städtischen Jugendförderung (Betreuer: Tobias Mandel) sechs Schülerinnen der Alexander-von-Humboldt-Schule teil.

„Die Chemie stimmt“

Matthias Baaß konnte gleich bei der ersten Begegnung mit seinem neuen, seit Dezember 2017 amtierenden Amtskollegen, dem jungen Xavier Melki, feststellen, dass „die Chemie“ zwischen ihnen beiden stimmt. Nach dem offiziellen Empfang im Rathaus verbrachte man den Abend bei den Gastfamilien. Während die deutschen Gäste mit französischen Weinen und kulinarischen Spezialitäten verwöhnt wurden, hatte man sich viel zu erzählen.

Allzulang war die Nacht allerdings nicht, da am nächsten Morgen der Bus für den Ausflug nach Conflans-Sainte-Honorine und Auvers-sur-Oise frühzeitig bereitstand. Conflants-Sainte-Honorine, 27 Kilometer nordwestlich von Paris am Zusammenfluss von Seine und Oise gelegen, gilt als das Zentrum der französischen Binnenschifffahrt. Hier bestiegen bei herrlichem Sonnenschein Gäste und Gastgeber das gemütliche Ausflugsboot „Le Tivano.“ An den Ufern der Seine und der Oise konnten die Altstadt, alte Museumsschiffe und liebevoll hergerichtete Hausboote bewundert werden.

Nach dem Mittagessen ging es weiter zu dem malerischen Städtchen Auvers-sur-Oise. Hier verbrachte im Jahr 1890 Vincent van Gogh die letzten 70 Tage seines Lebens, in denen er rund 80 Bilder in seinem unverwechselbaren Stil gemalt hat. Begleitet von jeweils einer Stadtführerin liefen die deutsche und die französische Gruppe getrennt die einzelnen Stationen van Goghs ab, die er meist auch in Bildern festgehalten hatte: Bahnhof, Rathaus, Pension, Kirche. Zuletzt den Friedhof, auf dem er neben seinem Bruder beerdigt wurde.

Der Höhepunkt jeder Partnerschaftsfeier ist die Flaggenparade und das gemeinsame Anstimmen der Nationalhymnen. Dies fand vor dem Rathaus von Franconville statt. Von den schmissigen Klängen der Bigband Franconville beschwingt, versammelten sich anschließend die Gäste (Norbert Schübeler mit schwarz-rot-goldener Schärpe und Bürgermeister Baaß mit Amtskette) und die Gastgeber im Kinosaal des Espace Saint-Exupéry (Bürgerhaus) zur – traditionell aufgelockerten – akademischen Feier. Neben Fecht- und Taekwondo-Vorführungen kam ein von Jugendlichen gestaltetes Märchen-Potpourri zur Aufführung. Den Abschluss bildete der Chor von La Croche Choer mit vier internationalen Volksliedern.

Programmatische Reden wurden vom neuen Franconviller Bürgermeister Xavier Melki, der Bürgermeisterin von Pottersbar/Hertsmere, Brenda Batten, sowie von Bürgermeister Matthias Baaß, gehalten. Dessen Rede behandelte grundlegende und zukunftsweisende Aspekte der Städtepartnerschaft.

Besuch beim Stadtfest

Nach einem wie üblich ausgezeichnetem Mittagessen musste leider schon wieder Abschied genommen werden. Aber schon zum Viernheimer Stadtfest am kommenden Wochenende gibt es ein Wiedersehen mit vielen französischen Gastfamilien. Mit im Gepäck haben sie dann französische Weine und Zutaten für leckere Crêpes, die man am Stand des Französischen Clubs genießen kann.

Für Bürgermeister Baaß ist es besonders wichtig gewesen, dass er zusammen mit seinem neuen französischen Amtskollegen der seit 1966 offiziell bestehenden Städtepartnerschaft neue Impulse verleihen konnte: Mit Xavier Melki hat er regelmäßige Informationstreffen der Stadtverwaltungen von Viernheim und Franconville vereinbart, bei denen ein gegenseitiger Erfahrungsaustausch stattfinden soll. Weiterhin freut er sich, dass ein Neuanfang bei den Kontakten von Sport- und Musikvereinen zustande gekommen ist, auf denen in der Zukunft aufgebaut werden kann. Dass auch die Partnerschaft bei der jungen Generation verankert bleibe, beweise der intensive Jugendaustausch, der sowohl von Viernheimer Schulen, als auch von der städtischen Jugendförderung organisiert wird.

So könne der um sich greifenden Europaverdrossenheit durch die Intensivierung der Kontakte von Mensch zu Mensch begegnet werden. Somit ist die Städtepartnerschaft Viernheim-Franconville ein Stück aktiv gelebtes Europa abseits der hohen Politik.

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