Viernheim

Wochenmarkt „Beteiligungsforum Handicap“ stellt sich Bürgern in der Innenstadt vor

Neue Initiative will Barrieren abbauen

Archivartikel

Viernheim.Auf ihre Probleme im Alltag machten Vertreter des „Beteiligungsforums Handicap“ am Samstag rund um den blau-weiß-roten Schirm der Stadtverwaltung auf dem Wochenmarkt aufmerksam. Im Gespräch mit den Bürgern, die bei perfektem Wetter in der Innenstadt unterwegs waren, wiesen sie auf die zahlreichen Hindernisse hin, die sich Betroffenen an vielen Orten der Kommune in den Weg stellen. Häufig seien es Kleinigkeiten, die das Leben unnötig erschwerten und teils durch wenig Aufwand behoben werden könnten. Trotz vielfältiger Informationen in den Medien hält die Viernheimer Initiative den persönlichen Dialog mit den Mitmenschen für das nachhaltigste Mittel, um Barrieren abzubauen.

In einem gemeinsamen Workshop unter dem Titel „Beteiligungsforum Handicap“ hatte die Gruppe im Juni zunächst grundsätzliche Fragen und die weitere Vorgehensweise geklärt. Drei Arbeitsgruppen waren damit beschäftigt, positive und negative Erfahrungen von Viernheimern zu sammeln. Barrierefrei, so das Ziel, soll es in der Stadt Viernheim künftig nicht nur im baulichen Sinne, sondern auch in Bezug auf das kulturelle Zusammenleben zugehen. Unter der Leitung von Barbara Gebhardt-Kuss, Birgit Gäbler, Karin Furman-Villanueva, Alicia Hanf, Ralf Kempf, Sabrina Eufinger, Sebastian Diether, Walter Kempf, Hermann Weidner und Horst Stephan wurden erste Maßnahmen vorgestellt.

Besondere Stadtführung

So ist im Mai kommenden Jahres eine Stadtführung der besonderen Art geplant. Kommunalpolitiker und Amtsleiter der Stadtverwaltung sollen sich dabei in Rollstühlen durch die Straßen bewegen. Im Blickpunkt stehen bei der Aktion Stolperfallen auf Gehwegen, Behindertenparkplätze und Toiletten für Rollstuhlfahrer sowie die Rampe am Rathaus. Darüber hinaus wollen sich die Teilnehmer mit den Themen Blindenampeln, Sitzmöglichkeiten in Bussen und Sichtbehinderungen durch Hecken, Büsche und Bäume beschäftigen.

Den Organisatoren des Beteiligungsforums ging es beim Wochenmarkt darum, mit möglichst vielen Menschen mit und ohne Handicap ins Gespräch zu kommen und deren Wünsche, Anregungen und Verbesserungsvorschläge zu erfragen. Daraus sollen sich eventuell künftige Aktivitäten entwickeln. Helfen soll auch ein „Kummerkasten“, der demnächst eingerichtet wird.

Der Anstoß zur Gründung des „Beteiligungsforums Handicap“ kam unter anderem von Mitgliedern der Selbsthilfegruppe Morbus Crohn, dem Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter, dem Sozialverband VdK Viernheim und dem Verein Lebenshilfe. Darüber hinaus wirkt die Stadt Viernheim an der Initiative mit. JR

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