Viernheim

Baugenossenschaft Funktionäre berichten über Finanzen / Rolf Sax beklagt Stimmungsmache gegen Großvermieter

„Nicht alle in einen Topf werfen“

Archivartikel

Viernheim.Bei der Vertreterversammlung der Baugenossenschaft in den Räumen des Männergesangvereins 1846 entlasteten die 32 Vertreter einstimmig den Aufsichtsrat und den Vorstand. Ebenso wurden der Abschluss für das Jahr 2018 und die Verwendung des Bilanzgewinns gebilligt.

Zuvor hatten der Aufsichtsratsvorsitzende Walter Wohlfart und die Vorstände Harald Weik und Rolf Sax ihre Berichte präsentiert. Weik berichtete über umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an Balkonen und Treppenhäusern sowie über Neugestaltungen der Fassaden und Außenanlagen.

Alles sei ohne Mieterhöhungen möglich gewesen. Bei den Neubauprojekten konnten die 24 Wohnungen in der Kreuzstraße 8 im Februar 2019 an die neuen Mieter übergeben werden, während für die 20 neuen Wohnungen Am Stockfeld 55/57 im Januar mit dem Erdaushub und den Roharbeiten begonnen wurde. Für die Bebauung des Areals an der Franz-Schubert-Straße wurden die bestehenden Altgebäude zum Endes des Jahres 2018 geräumt.

Mit dem Abriss wurde im zweiten Quartal 2019 begonnen. Im Laufe des Jahres 2018 hat die Baugenossenschaft 24 neue Sozialwohnungen mit Hilfe von Fördergeldern des Landes Hessen geschaffen. Sie werden zu einem Kaltmietpreis von fünf Euro pro Quadratmeter vermietet. Neben der Fremdverwaltung von Wohnungen nahm auch das soziale Engagement der Baugenossenschaft in Weiks Bericht einen breiten Raum ein. Er sprach über die enge Zusammenarbeit mit der „Neuen Wohnraumhilfe gGmbH“, dem Projekt für interkulturelle Vermittlung Viernheim (PFIVV) sowie mit dem Verein „Wohnen 60 Plus“.

Die Baugenossenschaft unterstützte auch den Neubau des Papageienhauses im Vogelpark und übernahm Platzpatenschaften beim Stadtfest. Der kaufmännische Vorstand Rolf Sax forderte eine differenziertere Kritik statt der „Stimmungsmache“ gegen Großvermieter. Die Baugenossenschaft, die ihre 3020 Mitglieder auf soziale Weise mit Wohnraum versorge, werde in einen Topf mit den „schwarzen Schafen der Branche“ geworfen. Debatten über Themen wie Mietpreisbremse und Enteignungen heizten die Stimmung auf und spalteten die Gesellschaft, sagte Sax.

Fluktuation gesunken

Das Vorstandsmitglied verwies auf die trotz Neubau- und Sanierungsmaßnahmen stabile Durchschnittsmiete von 5,44 Euro pro Quadratmeter bei den 1846 Wohnungen der BG. Das sei weit weniger als die in Viernheim üblicherweise verlangten Durchschnittsmieten von 8,10 Euro pro Quadratmeter. Die im Jahr 2018 weiter gesunkene Fluktuationsrate von 95 Wohnungswechseln spreche für die hohe Zufriedenheit der Mieter. „So funktioniert Genossenschaft“, lautete sein Fazit.

Der Jahresüberschuss aus der Geschäftstätigkeit der Baugenossenschaft wurde um 5,6 Prozent auf gut 1,5 Millionen Euro gesteigert. Nach Abzug der Rücklagen standen somit knapp 370 000 Euro als Bilanzgewinn zur Verfügung, die als Dividende an die Mitglieder ausgeschüttet werden. Ralph Franke und Wolfgang Hofmann wurden nach Ablauf ihrer Amtszeit einstimmig wieder in den Aufsichtsrat gewählt.

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