Viernheim

Kunsthaus Konstantin Voit erklärt sein autobiografisches Werk „1000 Blatt zur Ewigkeit“

Objekte stehen für Erlebnisse

Archivartikel

Viernheim.Der Mannheimer Künstler Konstantin Voit hat im Viernheimer Kunsthaus mit Besuchern über seine Ausstellung „Die tollste 6 der Welt“ gesprochen, die noch bis einschließlich 12. Oktober zu sehen ist.

Voit besuchte die Hochschule für bildende Kunst in Hamburg und begann sein künstlerisches Schaffen als Maler. Dann entwickelte er eine eigene Art der Konzeptkunst. Heute malt er vor allem mit Schablonen. Außerdem gründete er eine Malfabrik, deren Direktor und einziger Angestellter er selbst ist. In seine Bilder bringt er seine Weltbetrachtung ein. Sie zeigen Farbkompositionen in unterschiedlichen Formaten.

Auch „1000 Blatt zur Ewigkeit“ ist Ausdruck von Voits Weltbild. Wie alle seine Arbeiten verweist es über das Biografische hinaus zu allgemein Menschlichem. Es ist wie bei einem Bildschirm mit vielen Knöpfen, die, wenn man sie drückt, eine tiefere Ebene offen legen. Keines von Voits Exponaten ist gekennzeichnet. Auf diese Weise zwingt er die Betrachter zu einem Dialog mit den Objekten. Sie stehen bei Voits Konzeptkunst für Fragen zu seiner eigenen Person und repräsentieren bestimmte Eckpunkte seiner Vita. Die Zahl 1000 steht bei Voit für die Unendlichkeit. 1000 für ihn bedeutende Elemente hat er auf ein Kernsystem reduziert.

In der Ausstellung stehen 30 dieser Elemente auf dem Boden: In der Mitte befindet sich eine Stoffpuppe, die den Künstler verkörpert. Um diese Puppe stehen Objekte, die alle etwas mit Voits Leben zu tun haben. Nichts ist zufällig, jedes Objekt erzählt eine Geschichte. Ein Mobile ist das Einzige, was sich bewegt. Gefunden hat Voit es in einer Wohngruppe für Behinderte, wo er eine Zeit lang arbeitete. Das kleine Schachspiel hatte der Künstler beim Campen dabei. Und was sagt es aus? „Es gibt unendlich viele Möglichkeiten und hat trotzdem einen Rahmen“, erklärt Voit.

Symbol guter Literatur

An anderer Stelle entdeckt man das Buch „Meuterei auf der Bounty“, das Lieblingsbuch des Künstlers und ein Symbol für gute Literatur. Inmitten der 30 Botschaften über die Vita des Künstlers entdeckt man auch die deutsche Flagge, die aussagt, dass der Künstler aus Deutschland kommt und im deutschen Kulturraum arbeitet. Als Überraschung führt Voit die Besucher seiner Ausstellung in das Obergeschoß des Kunsthauses. Hier können Gäste mit der größten Holzeisenbahn der Region als Stellwerker oder Zugführer ihre ganz persönliche Bahnwelt gestalten.

Konstantin Voits Ausstellung im Kunsthaus ist noch an folgenden Tagen geöffnet: Donnerstag, 10. Oktober und Freitag, 11. Oktober jeweils von 15 bis 18.30 Uhr und Samstag, 12. Oktober (Finissage) von 13 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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