Viernheim

Konzertreise Förderkreisder Evangelischen Kirchenmusik besucht Festspielhaus Baden-Baden

Operinszenierung begeistert Musikfreunde

Archivartikel

Viernheim.„Ein Tag voller Kultur, wie ich ihn so lange nicht erlebt habe“, lautete das Urteil einer Teilnehmerin an der achten Konzertreise nach Baden-Baden, die der Förderkreis Evangelische Kirchenmusik Viernheim organisiert hatte.

Pünktlich zur Abfahrt vom OEG-Bahnhof konnte Elfie Weber, die zweite Vorsitzende des Fördervereins, 53 erwartungsfrohe Mitfahrer begrüßen und über den Konzertbesuch hinaus zu einem weiteren Kunsterlebnis einladen. Hildburg Baehr, der Organisatorin der Reise, war es in letzter Minute noch gelungen, eine Führung durch die Jubiläumsausstellung „Ensemble“ des Frieder-Burda-Museums zu verabreden, die am folgenden Tage zu Ende ging. Die Einführung durch eine Kunsthistorikerin erleichterte den Zugang zu den ausgestellten Werken der deutschen Avantgarde des späten 20. Jahrhunderts, die aus dem Fundus des Museums und der Foundation Pompidou in Paris stammten.

Höhepunkt des Abends war danach die Aufführung der Oper „Orphee et Eurydice“ im ausverkauften Festspielhaus Baden-Baden in der Inszenierung und Choreografie von John Neumeier, der eigentlich eher bekannt ist als Chef des berühmten Hamburg Ballett. Christoph Willibald Gluck hat diese Oper in Anlehnung an den damaligen französischen Stil mit Baletteinlagen ausgestattet und bot damit John Neumeier reichlich Gelegenheit, die Darstellung der dramatischen Handlung parallel zu den Sängern und dem Chor durch das Ballett zu interpretieren.

Die Originalversion der Gluck‘schen Oper bettet er in eine Rahmenhandlung ein, die den mythischen Kern des Werkes in die heutige Realität versetzt. Dabei sind die Hauptdarsteller Orphee und Eurydice zweifach auf der Bühne vertreten, einmal als Sänger und einmal als Tänzer, die geradezu ineinander verschmelzen. Die Ballettszenen des Ensembles beschreiben den Weg des Orpheus in die Unterwelt, seine Trauer um die verlorene Geliebte, und später im „Reigen seliger Geister“ seinen Rückweg aus der Unterwelt mit ihren Schrecken und schließlich den Triumph der Liebe über den Tod in ergreifender Weise. Bewundernswert ist die Disziplin dieses Balletts in den Ensembleszenen und der Solotänzer, wie auch die Kostümierung, Bühnenbild und Licht – für alles zeichnet John Neumeier verantwortlich.

Das Freiburger Barockorchester und das Vokalensemble Rastatt unter der Leitung von Alessandro De Marchi begleiteten die Solisten Maxim Mironow (Orphee), Arianna Vendittelli (Euridice) und Marie-Sophie Pollak (Amor). Lang anhaltender Beifall und „Bravo“-Rufe dankten den Akteuren.

Mit einem Dank an die Organisatoren und den Busfahrer konnten die Teilnehmer gegen 22 Uhr am OEG-Bahnhof in Viernheim von einem erlebnisreichen Tag Abschied nehmen. red

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