Viernheim

Kultur Kolpingkapelle, Herolde und Feuerwehr-Musikkorps wollen Verein gründen / Kooperationsprojekt Musik hoch drei läuft seit zwei Jahren erfolgreich

Orchester wachsen zusammen

Archivartikel

Viernheim.„Die Achtelnoten etwas breiter spielen, mit viel Luft“, fordert Ralph Dinu-Biringer die Holz- und Blechbläser auf. Nach dem kurzen Stück ist der Dirigent zufrieden: „Das hat doch gut geklappt.“ Bei Musik hoch drei klappt das Zusammenspiel sogar so gut, dass die drei Formationen – Kolpingkapelle/Stadtorchester, Herolde und Musikkorps der Feuerwehr – sich endgültig zusammentun wollen. Noch in diesem Jahr soll ein neuer Verein gegründet werden.

Jürgen Schweikart (Kolpingkapelle), Rüdiger Trobisch (Herolde), Katrin Lucas und Stefan Mandel (Musikkorps der Freiwilligen Feuerwehr) stellen den Stand der Planungen vor. „Die Musiker haben sich zuerst für einen offiziellen Zusammenschluss ausgesprochen“, erzählt Jürgen Schweikart, „nachdem sie schon seit gut zwei Jahren zusammen proben und spielen“.

Passive Mitglieder stimmen zu

In den vergangenen Mitgliederversammlungen wurde dieser Wunsch den anderen Vereinsmitgliedern der Kolpingkapelle und der Herolde vorgestellt. Von den passiven Mitgliedern habe es ein grundsätzliches Okay für eine Fusion gegeben. Das Musikkorps der Feuerwehr braucht kein Mitgliedervotum – es ist eine städtische Abteilung, zu deren endgültiger Auflösung die Stadtverordnetenversammlung die Satzung der Freiwilligen Feuerwehr ändern müsste.

Der Zusammenschluss der Vereine funktioniere als „Verschmelzung zur Neugründung“. Das heißt, dass nicht ein Verein den anderen aufnimmt, sondern zwei gleichberechtigte Vereine in einem neuen Verein aufgehen. Die entsprechenden Unterlagen haben Kolpingkapelle und Herolde schon vorbereitet. „Es geht jetzt nur noch um den Termin, zu dem der neue Verein entsteht“, sagt Jürgen Schweikart.

Geplant ist, dass die Mitgliederversammlungen der beiden Vereine am gleichen Tag stattfinden. Wenn die Mitglieder für die Zusammenlegung gestimmt haben, soll direkt im Anschluss an die Sitzungen die Gründungsversammlung des neuen Vereins stattfinden.

Einen Namen für den neuen Verein gibt es indes noch nicht. Stadtmusik Viernheim steht im Raum, aber auch Musik hoch drei lautet ein Vorschlag. „Das ist inzwischen ein Begriff in Viernheim“, meint Katrin Lucas, „und es erinnert später daran, wie der Verein einmal entstanden ist.“ Musik hoch drei fand vor mehr als zwei Jahren seinen Anfang. Weil es in allen Orchestern an Nachwuchs fehlte, initiierten die Herolde einen Zukunftsworkshop. Auch Feuerwehr, Stadtorchester und die Bigband des Technischen Hilfswerks (THW) nahmen daran teil. Während sich die THW-Bigband aufgrund der unterschiedlichen musikalischen Ausrichtung gleich ausklammerte, versuchten sich die anderen drei Gruppen an einer Kooperation. Die Musiker probten gemeinsam, was später in einem großen Konzert mündete.

„Seitdem haben wir alle Auftritte gemeinsam absolviert, keine Kapelle hat mehr allein gespielt“, berichtet Jürgen Schweikart. Laut Katrin Lucas ist das große Orchester seit zwei Jahren voll spielfähig. „Theoretisch sind wir 40 Musiker“, teilt Rüdiger Trobisch mit, regelmäßig in der Probe seien rund 25 Teilnehmer. Neue Mitglieder sind bei Musik hoch drei immer willkommen.

Proben im Gymnastikraum

Geprobt wird im Gymnastikraum des Viernheimer Hallenbads – eine ideale Lösung für die Musikergruppe. „Die Stadt hat uns toll unterstützt, als Feuerwehrkorps und Stadtorchester eine neue Probenstätte gesucht haben“, sagt Stefan Mandel und bedankt sich. Proben sind zweimal pro Woche, montags und donnerstags um 19.30 Uhr. Sie werden jeweils von einem anderen Dirigenten geleitet.

Ralph Dinu-Biringer und Lothar Blüm sollen auch den neuen Verein musikalisch führen. Die nächsten Termine für das Orchester stehen nämlich schon fest. Am Samstag, 31. August, spielt Musik hoch drei beim Festakt zur Unterzeichnung der Städtepartnerschaftsurkunde mit Mlawa. Dann folgen Martinsumzüge, kirchliche Feiertage, Aufritte beim Weihnachtsmarkt und an Fastnacht.

„Vielleicht kriegen wir auch ein Konzert im nächsten Jahr hin“, sagt Katrin Lucas. Fest steht bereits, dass beim Viernheimer Stadtfest im kommenden Jahr der Rovigo-Platz wieder komplett von Musik hoch drei bewirtschaftet wird.

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