Viernheim

Hauptversammlung Walldürn-Wallfahrer wählen Lieselotte Gutperle-Minich zur Vorsitzenden

Ort der Begegnung

Viernheim.Vor gut einem Jahr wechselte Pfarrer Ignatius Löckemann von der Gemeinde St. Hildegard-St. Michael zur Katholischen Hochschulgemeinde in Mainz. Seitdem war der Vorsitz des Walldürn-Wallfahrtsvereins vakant. Die Geschäfte des 1983 gegründeten Vereins wurden von der geschäftsführenden Vorsitzenden Lieselotte Gutperle-Minich wahrgenommen. Bei der Mitgliederversammlung wurde sie nun auch offiziell zur Vorsitzenden gewählt.

Dies wurde aber erst möglich, nachdem die Mitglieder einstimmig einer Satzungsänderung zugestimmt hatten. Dabei wurde die bisherige Bestimmung „Der Vorsitzende des Vereins ist jeweils ein in Viernheim residierender Priester“ gestrichen. Wichtig ist Lieselotte Gutperle-Minich vor allem die Werbung neuer Mitglieder, um so auch eine Verjüngung des Vereins zu erreichen. Dazu sollen die Öffentlichkeitsarbeit und die Jugendarbeit verstärkt werden. Der Walldürn-Wallfahrtsverein solle stärker als Ort der Begegnung und der christlichen Gemeinschaft wahrgenommen werden, sagte Lieselotte Gutperle-Minich. Dies könne nur erreicht werden, wenn die Strukturen des Vereins gesichert seien und das St.-Josef-Haus in Amorbach-Boxbrunn in gutem Zustand erhalten bleibe.

Traditionelle Pilgerreise

Die Wallfahrt von Viernheim nach Walldürn – jeweils nach dem Fronleichnamswochenende – ist ein Traditionstermin. Schon im 18. Jahrhundert machten sich katholische Christen Viernheims Jahr für Jahr zu Fuß auf den Weg nach Walldürn.

In ihrem Rechenschaftsbericht blickte Lieselotte Gutperle-Minich auf die erfolgreiche Wallfahrt vom Juni 2018 zurück, an der rund 60 Pilger teilnahmen. Obwohl die Pilgerreise wegen Starkregens vorzeitig mit einer Busfahrt beendet werden musste, seien „die vier Tage eine wunderbare Erfahrung der Gemeinschaft und des Glaubens“ gewesen. Im Rahmen der interkulturellen Woche bot der Verein einen Vortrag zum Thema „Von Walldürn nach Mekka“ an. Zudem wurden Workshops zur Weiterentwicklung des Vereins, zur Änderung der Satzung und zur Auswertung von Fragebögen zur Walldürn-Wallfahrt durchgeführt. Die nächste Wallfahrt ist am 28. Juni 2019 geplant und steht unter dem Motto „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“.

Mit einer weiteren Satzungsänderung setzten die Mitglieder ein Zeichen der Öffnung und der Transparenz. Vereinszweck ist es nun unter anderem, „allen Interessierten die Möglichkeit zu bieten, gemeinsame Tage der Besinnung, Einkehr und Begegnung zu erleben“.

Nach dem Bericht von Kassenwart Klaus Winkler wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Anschließend standen die Vorstandswahlen auf der Tagesordnung. Lieselotte Gutperle-Minich wurde dabei zur Ersten Vorsitzenden, Berthold Blaeß zum neuen Zweiten Vorsitzenden gewählt. Klaus Winkler wurde in seinem Amt bestätigt. Ebenfalls in seinem Amt bestätigt wurde Jugendvertreter Carlo Brandmüller. Nach 32 Jahren hatte Ursula Reinhardt nicht mehr als Schriftführerin kandidiert. Ihren Posten übernahm Stefan Minich. Zu Beisitzern wurden Clarissa Haas, Helene Winkler und Michael Haas gewählt.

Wahlleiter Randoald Reinhardt zog im Anschluss an die Abstimmungen ein Resümee: Der Walldürn-Wallfahrtsverein biete ein ausgezeichnetes Beispiel für das „Priestertum der Laien“, der Verantwortungsübernahme von Laien in der Kirche, wie es vom Zweiten Vatikanischen Konzil gefordert worden sei. Ebenso zeige der Verein, so Reinhardt, wie bewährte Traditionen durch neue Impulse weiter aktuell gehalten werden können.

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