Viernheim

Auferstehungskirche Tilman Pape berichtet über die Weltversammlung des ökumenischen Rates in Südkorea

Pfarrer wirbt für neue Mission

Viernheim.Sind sie gläubiger Christ? Vielleicht hatten sie noch ein veraltetes, an Matthäus 28, 19 bis 20 orientiertes Missionsverständnis? Dort heißt es ja: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Darum gehet zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ Riecht dies nicht allzu sehr nach Kreuzzug und Imperialismus?

Pfarrer Tilman Pape, im evangelischen Dekanat Bergstraße seit sechs Jahren Beauftragter für Ökumene und Mission, begann mit seiner neuen Multimedia-Predigt „Mission is possible“, die 70 000 evangelischen Christen im Dekanat Bergstraße mit dem neuen Missionsverständnis christlicher Kirchen vertraut zu machen. Den Anfang machte er in der Auferstehungskirche in Viernheim.

Die frohe Botschaft vorneweg: Das Christentum wächst und wächst. An ganzen vielen Orten auf der Welt. In manchen Regionen sprießen die christlichen Gemeinden wie Pilze aus dem Boden. Nur in einigen ganz wenigen, völlig übersättigten Gegenden dieses Planeten – die Pfarrer Pape nicht genauer spezifizierte – sind die Mitgliederzahlen der christlichen Kirchen rückläufig. Überhaupt ist die Ausbreitung des Christentums in den vergangenen 2000 Jahren eine einzige Erfolgsgeschichte. Eindrucksvoll zeigte die Präsentation die Ausbreitung christlicher Gemeinden – zunächst rund um das Mittelmeer, dann auch nördlich der Alpen. Ab dem 19. Jahrhundert begann die sogenannte moderne Mission; hiernach explodierte das Christentum förmlich. Die Weltbevölkerung allerdings auch. Seit 100 Jahren bleibt der Anteil der Christen an der Weltbevölkerung bei konstant 24 Prozent.

Gott selbst ist der Ursprung

Was bedeutet nun der Aufruf Jesus, an die Christen, ihr Leben der Mission zu widmen? Mission sei ganz anders, wie sich dies die meisten Leute denken – so Pape: Mission bedeute nicht, möglichst viele Leute zur Kirche einzuladen; auch nicht den „Eingeborenen im Dschungel“ zu erklären, dass sie mit Jesus einfach besser dran sind; und auch nicht angstvoll darauf zu schielen, wann die Muslime die größte Religionsgemeinschaft auf diesem Planeten sind. Mission gehe nicht von Menschen oder der Kirche aus: Gott selbst ist der Ursprung der Mission. Dieses neue Missionsverständnis wurde im November 2013 auf der X. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen im südkoreanischen Pusan von rund 800 Delegierten aus 345 Mitgliedskirchen verabschiedet: Gott will, dass alle Wesen ein Leben in Fülle haben. Nicht nur Christen, nicht nur alle Menschen, nein, alle Lebewesen sollen ein Leben in Fülle haben! Darum hat Gott alles, was ist, geschaffen. Gott will Leben sehen. Und er will es großartig. überall und wundervoll. Das ist Gottes Mission, darum sind wir alle hier. Diese Mission ist ein großartiges Geschenk und sie kann nicht durch unsere eigene Stärke geschehen. Gott selber ist es, der seit Anbeginn der Zeit missioniert. Wenn es richtig gut läuft, so steckt er durch das Vorbild der Christen auch andere Leute an. Durch die Kraft des Heiligen Geistes werden Christen Teil von Gottes Mission. So ist die Mission etwas, was sich zunächst am einzelnen Christen vollzieht, der spürt, dass sein Herz zu brennen beginnt. In der Mission – so Pape – geht es darum, die Kraft Gottes zu bezeugen, die schon immer da ist.

Ein weiterer Höhepunkt des Gottesdienstes bildetet die Übergabe von Geschenken durch Mitglieder von Focus an die Auferstehungsgemeinde. Klaus Hofmann (1. Vorsitzender) und Manfred Weidner überreichten Pfarrer Markus Eichler ein Gruppenbild von Gottesdienstbesuchern vor der neu errichteten Kirche in Sadouin (Burkina Faso) sowie eine Totemmaske in Form eines Springbock-Kopfes. Diese erhielt die Gemeinde, die Gründungsmitglied von Focus ist, aus Dankbarkeit dafür, dass nun mit Hilfe des Vereins zur Förderung der Partnerschaft zwischen Viernheim und den Gemeinden Sillys in Burkina Faso, die neue Kirche im Januar dieses Jahres ihrer Bestimmung übergeben werden konnte. Die Viernheimer Delegation war tief von der freundlichen und ausgelassenen Stimmung anlässlich dieses Festes in der zentralafrikanischen Gemeinde bewegt.

Im Anschluss an den Gottesdienst lud der Kirchenvorstand der Auferstehungsgemeinde noch zu einer gemütlichen Kaffee-und Kuchenrunde in den Dietrich-Bonhoeffer-Saal ein. Hierbei verwies Pfarrer Tilman Pape die Gemeinde auf Samstag, 5. Mai, um 10 Uhr, in das Waldstadion. Dort ist das jährliche Fußballspiel christlicher Pfarrer gegen islamische Imame des Kreises Bergstraße geplant. Pfarrer Pape hofft auf möglichst viele Fans, um die die letztjährige 4:5-Niederlage der christlichen Pfarrer wieder wettmachen zu können.

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