Viernheim

Sicherheit Freiwillige Einsätze im Stadtgebiet / Kontrolle von Falschparkern und Bürgerkontakt als Schwerpunkt

Polizeihelfer laufen Streife

Archivartikel

Viernheim.Derzeit werden weitere freiwillige Polizeihelfer benötigt. Wie deren Alltag genau aussieht, zeigt ein Streifengang mit zwei Ehrenamtlichen. Gabi Strunk ist schon rund zehn Jahre dabei. Auf Streife geht sie an diesem Tag mit ihrem Kollegen Jürgen Jakob.

Ihr erster Fall ist ein Wagen, der prominent an der Zufahrt zur Kfz-freien Zone abgestellt wurde. „Hier müssen eigentlich Rettungswagen durch im Notfall“, sagt Strunk. Eine junge Frau eilt zum Auto. Sie war beim Geldautomaten in der nahen Bank, hatte ihr Auto solange mit Warnblinker abgestellt.

Gabi Strunk geht im Eiltempo und erreicht das Auto noch, bevor es davonfahren kann. Strunk belässt es in diesem Fall bei einem mündlichen Hinweis an die Fahrerin. Eine Feuerwehrzufahrt zu blockieren, würde normalerweise 35 Euro kosten. Um ein Vielfaches teurer wird es, wenn auch noch abgeschleppt werden muss. Strunk und Jakob setzen ihren Streifengang fort. Ein Auto parkt ohne die erforderliche Berechtigungskarte auf einem Behindertenparkplatz.

Knöllchen über 35 Euro

Jürgen Jakob erstellt ein Beweisfoto, während Gabi Strunk das Kennzeichen des Falschparkers auf einem Strafzettel notiert. Das Knöllchen klemmt sie unter den Scheibenwischer. Der Fahrer wird in Kürze Post von der Stadt Viernheim bekommen – laut Bußgeldkatalog kostet diese Ordnungswidrigkeit 35 Euro. Dann gehen Strunk und Jakob zum Satonévri-Platz hinter der Kulturscheune. Mehrere Jugendliche sitzen dort auf Bänken beisammen und unterhalten sich. Es wirkt wie eine gesellige Runde, doch Strunk möchte jetzt kein Risiko eingehen. Sie tastet kurz nach dem Pfefferspray, das zur Ausrüstung gehört, um sich zu vergewissern. Bei einer Konfrontation muss es blitzschnell griffbereit sein. Auch ein Diensthandy steckt am Gürtel, um jederzeit die hauptamtlichen Kollegen rufen zu können.

Die jungen Männer auf dem Platz bleiben entspannt, als die Polizeihelfer auf sie zukommen. Doch zwischen ihnen stehen mehrere Getränkedosen. Die muss Strunk nun ganz genau betrachten, denn an diesem Ort herrscht seit einiger Zeit strenges Alkoholverbot, weil hier früher öfter gezecht wurde. Auf das Verbot weisen Schilder am Platz deutlich hin. Schnell klärt sich die Situation. „Es sind nur Energy-Drinks“, sagt Strunk. „Kein Problem.“ Die Polizeihelfer bitten die Jugendlichen, den Platz später sauber zu hinterlassen, was diese auch zusichern. Käme es doch einmal zu einer brenzligen Situation, sind die Polizeihelfer darauf vorbereitet. Unterricht im Umfang von 50 Stunden bekommt jeder Freiwillige, bevor er auf Streife gehen darf. Themen dieser Unterweisungen sind unter anderem Recht, taktisches Verhalten, die Handhabung der Einsatzmittel und Psychologie.

Gabi Strunk hat großen Spaß an dem Job, wie sie sagt. Etwa dreimal wöchentlich gehe sie in der Stadt auf Streife. Sie mag den Kontakt zu den Viernheimern. „Ich könnte eigentlich auch Bürgermeisterin sein – ich kenne hier schon alle“, sagt sie lachend.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/viernheim

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