Viernheim

Soziales Gemeindepsychiatrisches Zentrum bietet Möglichkeit, wieder am Berufsleben teilzunehmen / Fachinformatiker hilft bei Problemen mit Computer und Mobiltelefon

Projekt holt Kranke aus der Isolation

Viernheim.Der Laptop bekommt keine Verbindung ins Internet, auf dem Tablet ist kein Schreibprogramm zu finden, das Handy vibriert ständig, ohne dass jemand anruft oder Nachrichten schickt – bei solchen Probleme rund um Smartphones und Computer kann ein Besuch in der PC- und Handysprechstunde helfen.

Die Sprechstunde findet einmal in der Woche im gemeindepsychiatrischen Zentrum der Caritas neben der Apostelkirche statt. Kai-Thomas Hartmann hilft bei Software- und Hardwareproblemen von Handys genauso wie bei Schwierigkeiten mit Computer, Laptop, Tablet und Internet weiter. Auch ein Hausbesuch ist möglich, wenn WLAN, Netzwerk oder Fernseher einzurichten sind.

Außerdem bietet der Fachinformatiker an, alte Geräte wieder aufzubereiten – und da klinkt sich die katholische Kirche für ein konkretes Projekt ein. „Bei uns im Pfarrbüro in der Apostelkirche können ausgediente Laptops und Tablets abgegeben werden. Auf diesen Geräten werden alte Daten gelöscht, und sie werden instandgesetzt und betriebsbereit gemacht“, stellt Herbert Kohl die Idee vor. In der Computerwerkstatt im katholischen Sozialzentrum würden die Geräte danach an Bedürftige weitergegeben werden. „Es ist eine gute Sache im Sinne der Nachhaltigkeit, wenn solche Dinge nicht als Elektroschrott enden, sondern wiederverwendet werden“, hofft der Gemeindereferent darauf, dass die Viernheimer das Anliegen unterstützen und ihre ausrangierten tragbaren Computer weitergeben.

Struktur bekommen

Die PC- und Handysprechstunde ist Teil des Zuverdienstprojekts des gemeindepsychiatrischen Zentrums Bergstraße Ried des Caritasverbandes. „Für Menschen mit einer psychischen Erkrankung, die Erwerbsminderungsrente bekommen, gibt es wenige Möglichkeiten, wieder am Berufsleben teilhaben zu können“, weiß Jörg Wieandt. Wer weder in einer Werkstatt noch im Minijob arbeiten kann und will, für den kann das Zuverdienstprojekt in Frage kommen.

Jörg Wieandt hilft dabei, eine passende Tätigkeit zu finden, die maximal drei Stunden am Tag ausgeübt werden darf. „Der Erkrankte soll so wieder Struktur in den Tagesablauf bekommen, soll aus der Isolation der Krankheit herauskommen und teilhaben am Arbeits- und Sozialleben und auch ein Stück weit Wertschätzung erfahren“, sagt der Projektbetreuer. Für die Tätigkeit gibt es eine geringe finanzielle Motivationszuwendung.

Die Klienten des gemeindepsychiatrischen Zentrums bekommen dabei entweder eine Arbeit in ihrem alten Beruf vermittelt oder in einem völlig neuen Aufgabengebiet. „Viele Klienten unterstützen bei der Betreuung von Alten, Pflegebedürftigen oder Demenzkranken“, nennt Wieandt ein Beispiel und ergänzt: „Ein Mann arbeitet inzwischen mit Begeisterung in einer Schnapsbrennerei im Odenwald.“

Kai-Thomas Hartmann ist dagegen für das Zuverdienstprojekt bei seinem Beruf geblieben und bringt seine Fähigkeiten und Kenntnisse als Informatiker in der Sprechstunde ein.

Die PC- und Handysprechstunde im gemeindepsychiatrischen Zentrum (altes Pfarrhaus neben der Apostelkirche) findet mittwochs von 11 bis 13 Uhr statt. Um vorige Anmeldung unter Telefon 06204/92 96 412 oder 0178/58 09 20 3 oder per E-Mail an j.wieandt@caritas-bergstrasse.de oder g.lenhardt@caritas-bergstrasse.de wird gebeten.

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