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Viernheim

Auferstehungskirche Beim Konzert des Gospelchores aus der Quadratestadt springt der Funke schnell über

„Regenbogen“ reißt die Besucher mit

Archivartikel

Viernheim.Das Prospekt des Gospelchors Rainbow Connection aus Feudenheim hatte nicht zu viel versprochen: „Still stehen, wie es sich für einen traditionellen Chor gehört, liegt uns gar nicht. In den Proben heizen uns unsere Choreographen ein, damit wir mit dem Körper singen und die mitreißende Rhythmik durch Bewegungen unterstreichen.“

Wenn es stimmt, wie es einst die Schriftstellerin Bettina von Arnim (1785 bis 1859) formuliert hat, dass die Berührung der Seele mit Gott durch die Musik geschieht, dann gelang es diesem „...bunten Haufen“ – so ihr Prospekt – auf besondere Weise „den Herrn mit fetziger Musik zu preisen.“ Das Repertoire des Gospelchors in der Auferstehungskirche umfasste mit Gospel und Soul sowohl die traditionelle amerikanische Kirchenmusik, aktuelle Gospel-Hits sowie auch weltliche Songs. Heiter und beschwingt, aber auch schon mal besinnlich und melancholisch.

Mitsingen war ausdrücklich erlaubt, was die Zuhörer mit einem solchen Engagement taten, dass sie von der Leadsängerin Gabi Mahlberg das Prädikat „die Brasilianer Südhessens“ verliehen bekamen. Chorleiter Joe Völker, Musikdirektor am Nationaltheater und am Capitol in Mannheim, übernahm nicht nur die heitere Moderation, sondern auch die Begleitung der Sänger auf seinem Keyboard.

Die Arrangements der Lieder stammten ausnahmslos aus seiner Feder und waren eigens auf das Ensemble und die Solisten aus den eigenen Reihen zugeschnitten. Alle sangen mit großen Engagement – selbstverständlich alles auswendig – was sie profihaft auf das Publikum in der voll besetzten Auferstehungskirche zu übertragen wussten.

In drei Gruppen im Kirchenschiff aufgestellt und mit Umhängen in den Farben des Regenbogens bekleidet, eröffneten die Sänger ihr Konzert mit dem afrikanischen (auf isiXhosa gesungenen) Begrüßungslied „Molweni“.

Feierlich-romantisch ging es dann mit der bekannten Melodie und dem Lied „Adiemus“ weiter, was der walisische Komponist Karl Jenkins für einen Werbespot von Delta Airlines komponiert hatte.

In „I’ve got a crown“, in dem gezeigt wurde, was man alles einpacken muss, wenn man sich in den Himmel aufzumachen hat, kamen die erfrischend klaren und hellen Stimmen der Sänger besonders zum Ausdruck. Einen weiteren Anstieg der Stimmung brachte der Song „Power“, bei dem die Leadsängerin Monika Nagel das Publikum zum Mitklatschen animierte.

Einen Höhepunkt des ersten Teils des Konzertes war mit dem Lied „We are going down Jordan“ (Les Humphries Singers 1971) gegeben. Der ganzen Körpereinsatz, die eingängige Melodie und die tollen Stimmen des Chores brachte das Publikum zum rhythmischen Klatschen und am Ende zu enthusiastischen Beifallsstürmen.

Auch leise Töne im Repertoire

Dass sie aber auch Meister der leisen Töne sind, bewiesen sie in dem Stück „Just a little Talk to Jesus“.

Zum Träumen regte schließlich eines der bekanntesten Lieder der 1930er Jahre „Somewhere over the Rainbow“ mit der klaren Stimme der Solistin Gabi Mahlberg an. Weitere Highlights im zweiten Teil des Konzerts waren das ergreifende „Amazing Grace“ und das wieder mit vollem Körpereinsatz wiedergegebene „Swing Low, Sweet Chariot“, bei dem nach kurzer Einweisung durch Joe Völker, das Publikum mitsang. Schließlich – leider viel zu früh – klang das Konzert mit „Ain’t no Mountain high enough“ aus, bei dem alle sieben Solosänger gleichzeitig auftraten. Donnernder und langanhaltender Applaus ließen der Rainbow Connection keine Wahl, als noch weitere vier Zugaben zu präsentieren, wobei das „O happy Day“ einen weiteren Höhepunkt der Sangesfreude und des emotionalen Engagements darstellte.

Das anfängliche Versprechen von Joe Völker, zu zeigen, wie vielfältig moderne Kirchenmusik sein kann und wie vielfältig das Musikinstrument „Chor“ eingesetzt wird, hielten die Sänger auf glänzende Weise.

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