Viernheim

Reihe falscher Entscheidungen

Zu „Badefreunde sitzen auf dem Trockenen“, „SHM“ vom 23. April

Falsche Entscheidungen, für die letztendlich der Bürger zahlt, verwundern mich immer wieder. So war ich überrascht, dass die Stadtwerke als Eigentümer und Betreiber des Waldschwimmbades die Erneuerung der Beckenauskleidung mit Edelstahl planen und diesbezüglich einen Zuschuss beim Land Hessen beantragt haben.

Ich kann mich noch gut erinnern, dass im Jahr 2002 eine Delegation, an der auch Vertreter der Stadtverwaltung beteiligt waren, sich seinerzeit für die „günstige Lösung“ mit verklebten Kunststoffbahnen entschied. Für die ausführende Fachfirma war dies damals erst das zweite Großprojekt dieser Art. Die Probleme in den Jahren danach mit Undichtigkeit der Becken etc. beweisen, dass dies eine Fehlentscheidung war. „Wer billig kauft, kauft zweimal.“ Schon damals haben andere Gemeinden wie Fürth im Odenwald, Brühl in Badenund Mannheim sich ausschließlich für die teure Variante mit Edelstahlbecken entschieden.

Eine ähnliche Fehlentscheidung, wie es hier der Fall war, können wir derzeit ebenfalls mit der Sanierung des Viernheimer Rathauses beobachten. Ich halte auch diese Entscheidung für einen großen Fehler. Begründet wird kein Zurück von dieser Entscheidung vom Magistrat und unserem Bürgermeister, Herrn Baaß, damit, dass ansonsten bereits gewährte Zuschüsse des Landes Hessen „flöten gehen“.

Ich teile die Meinung unseres früheren Bürgermeisters und Landrats a.D. Norbert Hofmann, dass dies ein Kardinalsfehler ist. Ich appelliere daher an die Verantwortlichen, diesen maroden Baukörper abzureißen. Neben den Stadtwerken sollte ein neues Rathaus gebaut werden und am Standort des bisherigen Rathauses lediglich ein Bürgerbüro. Das würde der Verwaltung auch einen sehr teuren Umzug in Ersatzräume während der Renovierung des Rathauses ersparen. Die Verantwortlichen werden in einigen Jahren feststellen, dass ihre Rechnung so nicht aufgehen wird. Ich möchte sie deshalb darum bitten, in Zukunft im Sinne des Bürgers mit natürlichem Verstand und nicht nach ihrem Parteibuch zu entscheiden.

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