Viernheim

Naturheilverein Aktionstag mit zwei Vorträgen ersetzt Corona-bedingt abgesagte Naturheiltage

Reise durch die Welt der Bienen

Viernheim.Als Ersatz für die Naturheiltage, die aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnten, lud der Naturheilverein nun zu einem Aktionstag mit zwei Vorträgen in das Bürgerhaus ein. „Stirbt die Biene – stirbt der Mensch“ und „5G, Smart City und Digitalisierung“ standen auf dem Programm. Bei beiden Themen ging es darum, die nach Ansicht der Referenten bestehenden Gefahren zu erkennen und abzuwenden.

20 000 Arten weltweit

Mit der Viernheimer Hobby-Imkerin Janine Brechtel erlebten die Gäste eine Reise durch die Welt der Bienen. „Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“, soll Albert Einstein gemahnt haben. Nach Darstellung Janine Brechtels gibt es weltweit mehr als 20 000 Bienenarten. 1000 seien es allein in Europa, darunter neun Arten von Honigbienen. Es gebe aber nur eine, die in Deutschland heimisch ist. 75 Prozent dieser Bestände leben unterirdisch. In einem besonderen Abschnitt wies die Referentin auf die natürlichen Feinde der Biene hin: Spinnen, Vögel und Hornissen.

Gefahren für die Biene sind außerdem Krankheiten und Parasiten, die Versiegelung von Flächen, der Verlust von strukturreichem Lebensraum, klimatische Schwankungen und die moderne Landwirtschaft. Besonders ausführlich schilderte sie die Aufgaben des Imkers und appellierte an das Publikum, selbst mit der Schaffung von Nistplätzen, der Aussaat von Blühpflanzen und der Anlage von Tränken zur Erhaltung der Bienen beizutragen.

Bei ihrer Begrüßung wiesen der Erste Vorsitzende Jörn Mohr und seine Stellvertreterin Inge Bonfert auf eine personelle Änderung im Programm hin. Da die Referentin für das Mobilfunkthema, Danielle Bruckmeier, wegen einer plötzlichen Erkrankung absagen musste, sprang der Hirschberger Arzt Werner Rusche ein, der in einem früheren Vortrag schon einmal beim Naturheilverein die seiner Ansicht nach bestehenden Gefahren der 5G-Mobilfunkgeneration thematisiert hatte.

Da die entsprechenden Sendeanlagen möglichst nahe an Häusern angebracht werden müssten, gebe es durch Elektrosmog eine schwere Belastung für die Gesundheit der betroffenen Menschen. Außerdem könnte diese Digitalisierung auch als Überwachungsmöglichkeit genutzt werden, so Rusche.

Besonders gefährdet seien Kinder und Jugendliche durch die ständige Benutzung ihrer Handys. Die erwartete Steigerung des Konsums werde außerdem zum Klimakiller. Ansprechpartner für die Vermeidung der Auswirkungen von 5G, Smart City und Digitalisierung seien die Kommunen, bemerkte Rusche, denn sie entscheiden über die Standorte der Vernetzung und der hausnahen Mobilfunk-Sendeanlagen.

Kritik an Schutzmaßnahmen

Er verband seinen Vortrag über 5G mit Kritik an den Schutzmaßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und verteilte an das Publikum ein Informationsblatt mit dem Titel „Fragen zu Corona“. Während seines Vortrags kam es immer wieder zu Zwischenrufen, Fragen und kritischen Anmerkungen. H.T.

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