Viernheim

Studienfahrt Amici d’Italia tauchen in die Antike ein / Herkunft des Volkes bis heute nicht wissenschaftlich geklärt

Reise zu den Etruskern

Archivartikel

Viernheim.Mit einem besonderen Kapitel der Antike beschäftigten sich die Amici d’Italia. Bei einer Studienfahrt zum Badischen Landesmuseum in Karlsruhe besuchten sie unter der Leitung ihres Vorsitzenden Gerhard Schindlbeck die Ausstellung über die Geschichte und das Leben der „Etrusker“ in der Zeit zwischen dem neunten und ersten Jahrhundert vor Christus.

In diesen rund 800 Jahren wurden die Etrusker vor den Römern zur ersten Großmacht Italiens. Auch die zahlreichen Exponate der Ausstellung gaben keine konkreten Hinweise, woher die Zuwanderer kamen. Manche Wissenschaftler vermuten, die Etrusker stammten aus dem ägäisch-anatolischen Raum, andere meinen, sie seien aus Mitteleuropa eingewandert und als dritte Darstellung glaubt man, die Etrusker seien ein einheimisches Volk gewesen. Auch eine orientalische Herkunft wird nicht ausgeschlossen.

Entwicklung verfolgen

Doch die Ausstellung vermittelt einen Eindruck, wie die Etrusker gelebt haben. So können die Besucher die Entwicklung von kleinen Dörfern mit einfachen Hütten bis hin zu größeren Städten mit Tempeln und stattlichen Häusern verfolgen. Trotz der langen Besiedlung des Landes zwischen Tiber und Arno gab es nie einen Staat Etrurien. Aber es bildeten sich mehrere Stadtstaaten mit einem Oberhaupt aus einer vermögenden Familie des gehobenen Standes oder aus der Priesterschaft. Wichtige wirtschaftliche, kulturelle und Probleme der Sicherheit berieten diese Stadtstaaten in einem Städteverbund.

Die Ausstellung hebt auch überzeugend die besonderen Beziehungen zu Griechenland hervor. Auffallend bei der Gliederung der Ausstellung sind die Darstellungen der Totenkultur. Aus den Grabhügeln, der aufwendigen Grabgestaltung und den Grabbeigaben war ersichtlich, dass die Etrusker fest daran glaubten, sie würden im Jenseits wieder mit ihren Familien vereint.

Im Gegensatz zu anderen antiken Kulturen waren die Frauen bei den Etruskern gleichberechtigt. Zentrum des Siedlungsgebietes der Etrusker war die Toskana mit ihren reichen Bodenschätzen an Erzen und „Töpfererde“. Das erklärt auch, weshalb viele Gebrauchsgegenstände und Kunstwerke aus Keramik und Bronze gefertigt wurden. Mit ihren Kunstwerken und mit Produkten ihrer Landwirtschaft betrieben die Etrusker einen regen Handel sogar mit afrikanischen Ländern. Das alles vermittelt die Ausstellung mit einer Vielzahl von Exponaten. Es sind kleine Schmuckstücke aus Edelmetall, ja sogar aus Bernstein, sowie größere Bilder und stattliche Bronzefiguren, welche die Künstler vor so langer Zeit schufen. Gerade deshalb sind sie als Funde bei Ausgrabungen so wertvoll. Die Etrusker besaßen bereits ein eigenes Alphabet. Diese Schrift entdeckte man an Kunstwerken wie Schalen, Urnen und Metalltafeln. Auffallend sind Buchstaben, die – seitenverkehrt – teilweise wie Buchstaben unseres Alphabets aussehen.

Kulturelle Vielfalt

Bei vielen Exponaten merkt man die Einflüsse der kulturellen Vielfalt aus der gesamten Region des Mittelmeers, wie man es unter anderem auch bei der Götterverehrung an den Namen der Götter erkennt. Donner und Blitz, ja sogar der Vogelflug waren für die Etrusker Hinweise auf Ereignisse in der Zukunft. Aus Funden hat man festgestellt, dass die Etrusker geniale Schiffsbauer waren. Sie sicherten damit ihren Seeweg zu den Handelspartnern rund um das Mittelmeer.

Doch in den Sog der römischen Expansion gerieten schließlich auch die etruskischen Städte, manche dieser Städte verbündeten sich sogar mit Rom. Aus Etruskern wurden schließlich Römer. Es war auch das Ende der etruskischen Sprache, die durch Latein ersetzt wurde. Nach diesem umfassenden Blick in das Leben der Etrusker kehrten die Viernheimer bei einer Stadtbesichtigung wieder in die Gegenwart und schließlich auch wohlbehalten nach Viernheim zurück.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional