Viernheim

Wirtschaft Pear Hotel auf dem Gelände der ehemaligen Eissporthalle eröffnet / Angebot mit 86 Zimmern richtet sich vor allem an Geschäftsleute

Ruhige Nächte unter Birnen

Archivartikel

Viernheim.Das Hotel auf dem Gelände der ehemaligen Eissporthalle, mit dessen Bau Anfang 2018 begonnen wurde, wird an diesem Samstag eröffnet. Hoteldirektor Taner Isik berichtet im Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“, dass für die Nacht zum Sonntag schon die ersten Zimmer gebucht wurden. Insgesamt verfügt das Hotel über 26 Doppel- und 60 Einzelzimmer, die allerdings auch zur Doppelnutzung geeignet sind. Die Preise beginnen bei 79 Euro pro Nacht, inklusive Frühstück.

Wie Michael Straub, der Geschäftsführer des Schifferstädter Bauträgers Römerhaus, im Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“ erklärt, sind alle 86 Zimmer an unterschiedliche Investoren verkauft, ein Konzept, das das Unternehmen schon mehrmals bei Pflegeimmobilien umgesetzt hat. Das Hotel wird für 20 Jahre an den Betreiber, die Pear Hotel Viernheim GmbH vermietet, mit der Option, den Vertrag zweimal um fünf Jahre zu verlängern. Die Baukosten für das fünfgeschossige Gebäude fielen laut Straub mit zehn Millionen Euro in erwarteter Höhe aus. Ein ursprünglich neben dem Hotel geplantes Pflegeheim konnte Römerhaus zumindest bisher nicht realisieren. Das Stadtparlament hatte Ende 2017 beschlossen, einen Bebauungsplan für das Gebiet zu erstellen und eine Veränderungssperre zu erlassen. Ziel davon ist unter anderem, dauerhaftes Wohnen auf dem Gelände am Bannholzgraben zu unterbinden (wir berichteten).

Das neue Drei-Sterne-Hotel läuft unter dem Namen Best Western Hotel Viernheim Mannheim. „Wir sind Franchise-Nehmer der Marke Best Western“, erklärt Isik. „Um den Namen führen zu dürfen, müssen Zimmerausstattung und Service bestimmte Kriterien erfüllen.“ So erhielten die Gäste zum Beispiel keine Zimmerschlüssel, sondern Code-Karten. Für die Gestaltung des Hotels existierten aber wenige Vorgaben. Und so haben sich die Betreiber etwas Besonderes einfallen lassen: An vielen Stellen finden sich Anspielungen auf Birnen. Zum Beispiel sind die Früchte in allen Zimmern groß an die Wände gemalt. Daneben findet sich jeweils der Anfang von Theodor Fontanes Ballade „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“, in dessen Garten ja ein vielen Menschen aus der Schullektüre bekannter Birnbaum stand. Außerdem gibt es birnenförmige Lampen. Und die 15 Mitarbeiter, die unter Isik arbeiten, tragen Kleidung mit aufgestickten Birnen. Hintergrund des Ganzen ist der Name des Betreibers. „Pear“ ist nämlich das englische Wort für Birne.

Ansonsten finden sich im Hotel neben Elementen in Holzoptik oft die Farben Grau und Weiß sowie einzelne Flächen in kräftigem Rot, Gelb, Grün oder Blau. Alle Zimmer verfügen über einen kleinen Tresor. Vier Zimmer sind rollstuhlgerecht. Zudem stehen 60 kostenfreie Parkplätze zur Verfügung. Ein kleiner Konferenzraum bietet die Möglichkeit, Tagungen abzuhalten. Für Pausen stehen eine gemütliche Lounge und eine Dachterrasse mit einem schönen Blick über Wiesen und Felder zur Verfügung. „Unser Angebot richtet sich hauptsächlich an Geschäftsleute“, erklärt Hoteldirektor Isik. Die Lage eigne sich aber auch gut für Radtouristen. Generell biete der Standort einige Vorteile gegenüber Hotels in der Mannheimer Innenstadt. „Unser Hotel liegt direkt an einer Autobahnabfahrt, eine Straßenbahnhaltestelle befindet sich vor der Tür. Gleichzeitig ist man schnell in der Natur, kann also gut joggen“, schwärmt Isik.

Die Hotel-Branche kennt der 34-Jährige gut. Seit 2002 hat er unter anderem schon in Häusern in Kassel, Frankfurt, Ulm und München gearbeitet. „Bisher war ich jedoch nur Assistent. Ich freue mich darauf, nun als Direktor vieles selbst gestalten zu können.“ Dabei möchte der gelernte Hotelfachmann auch Angebote für die Viernheimer Bevölkerung schaffen. „Ich denke zum Beispiel an Ausstellungen lokaler Künstler oder an Weinverkostungen.“

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional