Viernheim

Kunsthaus Ausstellung „Was geht Planet?“ eröffnet

Schüler äußern ihre Ängste

Viernheim.. „Schämt Euch!“, steht in großen roten Lettern auf einem weißen Bettlaken an der Wand im Obergeschoss des Viernheimer Kunsthauses. Die Aussage ist Teil der Ausstellung „Was geht Planet?“, die Schüler der Friedrich-Fröbel-Schule zusammen mit dem Kunstverein und dem Europäischen Fotozentrum für junge Fotografie präsentieren. Ihre Arbeiten zum Klimawandel zeigen im Kunsthaus auch die Fotogruppe Galeria Paedagogica des Studienseminars in Heppenheim sowie der Fotograf Alexander Kästel und Filmemacher Dario Gallei.

Laut Fritz Stier, Vorsitzender des Kunstvereins, geht es bei der Ausstellung nicht um die große Kunst, sondern um ein Thema, das derzeit die Welt bewege und jeden Einzelnen betreffe. „Diesmal sind die Räume ausschließlich der Jugend vorbehalten, die hier auf vielfältige Art und Weise ihre Sorgen, Ängste und Hoffnungen ausdrücken kann. Die Schilder und Fotografien sprechen eine deutliche Sprache.“

Die gezeigten Fotografien und Videos thematisieren Umweltverschmutzung und Klimawandel in ganz unterschiedlicher Form. Anliegen der jungen Fotografen war es, sich einfühlsam mit der Natur, Fragen der Umweltbelastung und klimatischen Veränderungen auseinanderzusetzen. Die Schüler gestalteten ihre Fotos als Mahnung. Lego- und Schleichfiguren, die auf den Bildern zu sehen sind, stellen sie selbst dar mit ihren Sorgen und Befürchtungen. Im Rahmen eines Projekttages zum Klimawandel waren die Schüler am Freitagvormittag zunächst von der Fröbelschule in die Innenstadt gezogen und brachten ihre Kritik an der aktuellen Klimapolitik auf zahlreichen Plakaten zum Ausdruck. Am Abend folgte dann die gut besuchte Vernissage im Kunsthaus. Dabei wiederholte Nina Martin die Rede, die sie bereits einige Stunden zuvor zum Abschluss des Marschs auf dem Balkon des Kunsthauses gehalten hatte – und erhielt erneut viel Beifall von den Zuhörern.

Lob für die Brundtlandstadt

„Viernheim ist Brundtlandstadt und hat schon sehr viel für die Umwelt und das Klima getan. Aber auch hier gibt es noch viele Möglichkeiten der Verbesserung, beispielsweise die graue Innenstadt begrünen“, erklärte die 15-Jährige. Auch jeder Einzelne könne seinen Beitrag zu einer positiven Entwicklung leisten, indem er sein Konsumverhalten überdenke. „Man muss nicht immer die Kinder mit dem Auto zur Tagesstätte oder zur Schule fahren, mit dem Flugzeug oder dem Kreuzfahrtschiff Urlaub machen, jeden Tag Fleisch essen und immer die neuesten Klamotten kaufen“, mahnte Nina Martin. Die Schülerin rief die Menschen dazu auf, nicht auf Entscheidungen der Politik zu warten, sondern sofort Eigeninitiative zu ergreifen. JR

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