Viernheim

Ausstellung Peter Gaymann zeigt 20 Zeichnungen unter dem Titel „Demensch“ / Vernissage in der Sparkasse Starkenburg

Schwere Krankheit humorvoll dargestellt

Archivartikel

Viernheim.Unter dem Titel „Demensch“ sind seit Montagabend 20 Zeichnungen des Cartoonisten Peter Gaymann in der Innenstadtfiliale der Sparkasse Starkenburg zu sehen. Die ausgestellten Bilder zeigen auf humorvolle und hintersinnige Weise Situationen aus dem Alltag von Menschen mit Demenz.

„Wir freuen uns, dass es gelungen ist, eine mit so viel Tiefgang und Humor behaftete Ausstellung nach Viernheim zu holen“, lobte Cornelia Oetzel vom Viernheimer Demenznetzwerk die Organisatoren rund um den Verein Chaiselongue – Kunst und Soziales. Bereichsdirektor Knut Roggatz zeigte sich bei der Begrüßung begeistert, „wie dieses schwierige Thema umgesetzt wurde. Es gelingt auf diese Art und Weise, Aufmerksamkeit zu erregen.“

Für den mehrfach ausgezeichneten Künstler, der insbesondere für seine Hühner-Cartoons bekannt ist, geht es um einen menschenfreundlichen Umgang mit der Krankheit. Humor könne dabei ein „gutes Transportmittel“ sein. Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und wird im ganzen Bundesgebiet gezeigt.

Die Zeichnungen regten die Besucher der Vernissage zum Nachdenken an und zauberten dem einen oder anderen auch ein Lächeln ins Gesicht. Beispielsweise wenn ein älterer Mann in der Stadtbücherei 200 Gramm von der getrüffelten Salami bestellt. „Kann ich ihnen besorgen, Herr Professor. Können sie morgen hier abholen“, antwortet die Bibliothekarin schlagfertig, wohl wissend, dass der Kunde zufrieden nach Hause geht und sich die Sache damit erledigt hat.

Für Stefan Ackermann, der in die Ausstellung einführte, erzählt jede einzelne Zeichnung eine besondere Geschichte. „Es gelingt dem Künstler immer wieder, mit einfachen Darstellungen und treffenden Texten Aufmerksamkeit zu erregen und zum Nachdenken zu animieren.“ Für die musikalische Umrahmung der Ausstellungseröffnung sorgte das Akustik-Duo Helmut Neumann und Meike Krauß.

Initiator der Ausstellung war der Verein Chaiselongue, Unterstützung erhielt er bei der Umsetzung von der Sparkasse, dem Demenznetz und der Buchhandlung Schwarz auf Weiß. Die Ausstellung ist bis Samstag, 23. November, zu sehen. An diesem Tag präsentiert das Duo Strohmann und Kauz um 18 Uhr im Treff im Bahnhof (TiB) das Theaterkabarett „Milchmädchenrechnung“. Dabei geht es um Probleme des Älterwerdens.

Der griesgrämige Heinz und der ungebrochen lebensfrohe Ruedi sind umgezogen – „von Daheim ins Heim“, in eine kongeniale Schicksalsgemeinschaft, die die Zeit verdrängt und Pläne schmiedet. „Man pendelt zwischen ernsthaft und lustig, mal wird man zu Tränen gerührt sein, und mal wird man Tränen lachen“, versprach Chaiselongue-Vorsitzender Helmut Neumann. JR

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