Viernheim

Stadtradeln Initiative Natürlich Viernheim unternimmt Ausflug durch Wald und Heide / Düne als höchste Erhebung

Seltene Arten kennengelernt

Archivartikel

Viernheim.„Es ist Viernheims schönstes Kleid“, sagte Stadthistoriker Hans Knapp einst über die Natur rund um seine Heimatgemeinde. Was er damit meinte, konnten die Teilnehmer eines Ausflugs erleben, den die Initiative Natürlich Viernheim im Rahmen der Aktion Stadtradeln vorbereitet hatte. Eine kleine Gruppe umweltbewusster Radfahrer machte sich bei leichtem Nieselregen auf den Weg, um Wald und Heide näher kennenzulernen.

Peter Dresen und Roland Matern vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) stellten die heimischen Tiere und Pflanzen vor und beantworteten Fragen der Teilnehmer. Erste Informationen gab es bereits auf dem Parkplatz am Grillhaus, der Ausgangspunkt der gut zehn Kilometer langen Tour war. Gut zwei Drittel der Viernheimer Gemarkung sind als Wald und Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Überregionale Bedeutung hat nach Angaben der Experten das Gebiet Glockenbuckel, wo seltene Arten vorkommen. Dazu zählen etwa der scharfe Mauerpfeffer und der Sandthymian. Zwei große Hinweistafeln geben Auskunft über die Besonderheiten dieser seltenen Landschaftsform. Ein Sandsteinblock mit Inschrift macht darauf aufmerksam, dass es sich bei der 111 Meter hohen Düne an der Kreuzung Große Herzog-Ludwig-Schneise/Sauschneise um Viernheims höchste Erhebung handelt. Dort trafen sich vor Jahrhunderten Herzoge und Fürsten zur Jagd, in den vergangenen Jahrzehnten war das Gelände Übungsgebiet der US-Streitkräfte.

Dresen und Matern sprachen bei dieser Gelegenheit auch den Waldweg zwischen Viernheim und Käfertal an, der von immer mehr Radfahrern und Fußgängern genutzt werde. Hier soll ein neuer Belag aufgebracht werden. „Gut befahrbar, aber kein Asphalt“, so lautet der Wunsch der beiden Naturschützer an die zuständigen Stellen.

Treffpunkt der Landgrafen

Die Tour führte weiter durch den Wald, der ein breites Themenspektrum zu bieten hatte. Dabei ging es beispielsweise um das Holzbezugsrecht, das der Stadt Viernheim zugesprochen worden war, das heute aber nur noch von sehr wenigen Bürgern genutzt werde. „Am Anfang war es tatsächlich Holz aus dem Wald, später wurden die Ansprüche gegen Bargeld abgegolten“, erläuterte Peter Dresen.

Auf großes Interesse der Radfahrer stieß auch der Bereich des ehemaligen Jägerhauses. In früherer Zeit war er Anlaufstelle von hessisch-darmstädtischen Landgrafen und Großherzögen. Die Gebäude wurden Ende des vergangenen Jahrhunderts zerstört und abgerissen. Eine Gedenkstätte erinnert aber noch an die wechselvolle Geschichte.

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