Viernheim

Integration Kreis lehnt Vorschlag des Asylkreises ab

"So wie in allen anderen Kommunen"

Viernheim.Der Asylkreis hat einige Vorschläge und Forderungen formuliert (wir berichteten am Samstag), zum Beispiel: Jede größere Stadt im Kreis solle eine Stelle bekommen, die sich nur um die Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt kümmert. Dies lehnt der Landkreis Bergstraße ab und wird darin auch von Bürgermeister Matthias Baaß unterstützt, wie dieser unserer Zeitung signalisierte: Viernheim sei mit allen Partnern im Gespräch, um zu kooperieren.

Jeder Flüchtling, der Leistungen nach Sozialgesetzbuch II bezieht - also "Hartz IV" - habe einen Fallmanager beim Jobcenter, erklärt Kreissprecherin Alexandra Schmitt. Dieser kümmere sich mit dem Flüchtling um die Vermittlung in den Arbeitsmarkt. Ein Sachbearbeiter betreue innerhalb seiner durchschnittlich 110 "Bedarfsgemeinschaften" um 15 bis 20 "Bedarfsgemeinschaften" mit Flüchtlingen. Eine "Bedarfsgemeinschaft" kann aus Einzelpersonen oder Familien bestehen.

Die halbe Stelle von Annette Reinhardt-Klee sei von Anfang an auf zwei Jahre befristetet gewesen. Ihre Einrichtung sei der damaligen besonderen Situation in Viernheim geschuldet: Dieser Stadt, in der rasch Quartiere belegt wurden, sollte mit zusätzlichem Personal geholfen werden. Wenn diese halbe Stelle auslaufe - die andere Hälfte hat Anke Winkler inne, deren Personalkosten trägt die Stadt - werde die örtliche Betreuung so organisiert wie in den anderen 21 Kommunen des Landkreises: "Durch ein Netzwerk von Mitarbeitern des Sozialamtes, durch Organisationen wie DRK oder Caritas, durch ehrenamtliche Helferkreise und eigene hauptamtliche Kräfte", zählt Schmitt auf. "Dass die halbe Stelle aufgrund der mittlerweile gewachsenen Struktur nicht verlängert wird, hatte der zuständige Kreisbeigeordnete Karsten Krug der Kirche und der Stadt Viernheim bereits Anfang April 2017 mitgeteilt."

Die finanziellen Mittel aus der halben Stelle würden weiter für diese Zwecke eingesetzt: "Wir stellen fortlaufend sowohl im Sozialamt wie auch beim Jobcenter Neue Wege Mitarbeiter ein, welche sich um die Aufgabe der Flüchtlingsintegration kümmern", betont die Sprecherin. Die Anzahl der Stellen für die Vermittlung anerkannter Flüchtlinge steige. Aktuell seien 394 Flüchtlinge in Viernheim untergebracht, 204 seien anerkannt. Der Kreis finanziere 2,1 Vollzeitstellen. Die Inhaber kümmern sich in Zuständigkeit des Sozialamtes um die Betreuung der Flüchtlinge. Die Förderinstrumente der anerkannten 204 Flüchtlinge werden darüber hinaus durch das Jobcenter Neue Wege betreut.

Austausch soll weitergehen

Auch den Vorwurf des Asylkreises, die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz antworte nicht oder ausweichend auf Vorschläge, weist die Kreissprecherin zurück. Stolz stehe "mit den wichtigsten Akteuren im Bereich der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen in persönlichem Kontakt". Es könne nicht allen Vorschlägen gefolgt werden, die den Kreis erreichen. Auf einen Brief vom Mai mit Anregungen zu einer anderen Regelung der Auszahlung von Übergangsgeld oder Wohnungsausstattungen von Flüchtlingen, die aus den Sammelunterkünften ausziehen, habe Krug mit einer langen Mail geantwortet. Der Austausch mit dem Helferkreis solle fortgeführt werden und die Beteiligten mit den vorhandenen Ressourcen nach besten Möglichkeiten unterstützt werden - "wie in allen anderen Kommunen".

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