Viernheim

Benefizaktion Freundeskreis Afghanistan und Lernmobil servieren Festessen im Haus am Schlangenpfad

Spenden fördern Schulbildung

Archivartikel

viernheim.Seit fast 40 Jahren engagiert sich der Freundeskreis Afghanistan beim Bau und der Unterhaltung von Schulen im Distrikt Jaghori der zentralafghanischen Provinz Ghazni. Zur Unterstützung seines zehnten Projekts, das rund 23 000 Euro kosten soll, veranstaltete der Verein nun in Zusammenarbeit mit dem Lernmobil ein afghanisches Festessen im Haus am Schlangenpfad, an dem rund 70 Personen teilnahmen.

Irmela Falke informierte in einem Lichtbildervortrag über die bereits abgeschlossenen sowie die künftigen Schulprojekte und warb um Spenden. Das Drei-Gänge-Menü wurde im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kunst & Kultur im Lernmobil“ serviert. Mit dem Fest dankte der Verein Lernmobil auch Elisabeth und Bernhard Thielmann für ihr Engagement. Elisabeth Thielmann ist beim Lernmobil als Sprachlehrerin, Lesepatin und Hausaufgabenbetreuerin aktiv, während ihr Mann Bernhard die IT-Infrastruktur betreut. Früher waren sie als Lehrer und Entwicklungshelfer in Afghanistan tätig. Wie Irmela Falke, beim Freundeskreis für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, ist das Ehepaar von dem asiatischen Land fasziniert. „Die teils bizarren und teils lieblichen Landschaften, aber insbesondere die Herzlichkeit der dort lebenden Menschen lassen einen nicht mehr los“, schwärmte Falke.

Der 1980 gegründete Verein, der seinen Hauptsitz in Berlin hat, zählt zurzeit rund 110 Mitglieder. Bewusst habe er sich für seine Arbeit einen Distrikt ausgesucht, in dem die Volksgruppe der Hazara stark vertreten ist. Dabei handelt es sich um eine von Mongolen abstammende Volksgruppe schiitischen Glaubens. Die paschtunische Mehrheit Afghanistans gehört hingegen dem sunnitischen Glauben an.

In dieser vergleichsweise sicheren Region hätten Hazara-Frauen mehr Freiheiten als bei anderen Volksgruppen Afghanistans, sagte Falke. Vor allem seien sie gegenüber Bildung sehr aufgeschlossen.

Neun Gebäude errichtet

Der Freundeskreis Afghanistan konnte mittels Spendengeldern bislang neun Schulgebäude in massiver Steinbauweise im Distrikt Jaghori errichten. In ihnen werden 3180 Schüler unterrichtet. Der Anteil der Mädchen liegt bei 52 Prozent. So wurden aus Absolventinnen dieser Bildungseinrichtungen unter anderem Schulleiterinnen, Direktorinnen der Oberen Schulbehörde und Parlamentsabgeordnete. Bei den 160 beschäftigten Lehrern beträgt der Frauenanteil 45 Prozent. Nach dem Bau der Schulen übernimmt der Verein auch die Kosten für Lehrmaterial, die Ausstattung der Bibliotheken und Labore sowie Essenszuschüsse für Lehrer. Nun haben die Ältesten von Pato laut Irmela Falke die Bitte an den Verein gerichtet, anstelle der dortigen Zeltschule ein richtiges Schulgebäude zu bauen.

Nach dem traditionellen afghanischen Tee mit Kardamom wurde die Vorspeise Bolanie – mit Kartoffeln und Zwiebeln gefüllte Teigtaschen – gereicht. Anschließend stand Qabili Palau auf der Speisekarte. Neben braunem Reis, verfeinert mit Rosinen, Pistazien und Mandeln gab es entweder Rind-, Hühner- oder Hammelfleisch. Als Nachtisch servierten die fleißigen Helfer des Lernmobils Halwa, eine Grießspeise mit Nüssen und Rosenwasser verfeinert. Hierfür hatte Köchin Leila Zedan zwei Tage in der Küche des Familienbildungswerks gearbeitet. Afghanische Musik und Gedichte ergänzten die kulinarische Reise in das Land am Hindukusch.

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