Viernheim

Notfall Rettungsorganisationen und Verwaltung wollen Versorgung mit Defibrillatoren verbessern / Projekt „Viernheimer retten Leben“ gestartet

Stadt braucht Sponsoren für Lebensretter

Viernheim.„Wo hängen in Viernheim Defibrillatoren und wie soll man sie benutzen?“ – diese Fragen stellten sich vor geraumer Zeit Vertreter der örtlichen Hilfsorganisationen und Bürgermeister Matthias Baaß. Dabei haben sie festgestellt, dass es in Viernheim zu wenige dieser lebenrettenden Apparate gibt und die Standorte weitgehend unbekannt sind.

Das soll sich ändern. Dafür wurde das Projekt „Viernheimer retten Leben“ gestartet. Baaß hat die Schirmherrschaft übernommen. Ziel ist es, die Versorgungsdichte mit „Defis“ sowohl in den städtischen Einrichtungen als auch im öffentlichen Bereich zu verstärken. Die Geräte können Leben retten: Das gelingt mittlerweile auch denen, die mit dem Umgang dieser „Elektroschocker“ nicht geschult sind. Die Stadt hat in den Haushaltsplan 2019 Mittel eingestellt, mit denen vier Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) zum Stückpreis von etwa 1700 Euro gekauft werden sollen. „Wir sind auf der Suche nach Sponsoren, die weitere Anschaffungen ermöglichen“, hofft Baaß auf Unterstützung von Betrieben und Einrichtungen.

Es sollten möglichst viele AEDs im Stadtgebiet platziert werden – darüber herrscht auch bei den Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Viernheimer Hilfsorganisationen (AVH) kein Zweifel. „Über 50 Prozent der Herzstillstände resultieren aus Kammerflimmern. Nur mit Strom kann das Organ wieder in den richtigen Rhythmus gebracht werden. Herzmassage allein hilft dabei nicht immer, sollte aber trotzdem angewandt werden“, berichtet der Viernheimer Notarzt Marc Häffner.

Die modernen Geräte sind mittlerweile einfach zu bedienen, Anweisungen gibt es sogar über eine Sprachsteuerung. „Wir müssen durch Informationen und Schulungen aber auch dafür sorgen, dass die Bürger die Hemmschwelle überwinden und sich die Verwendung zutrauen“, nennt Roger Deuser von den Johannitern einen Aspekt. Schulen, Vereinen und anderen Einrichtungen werden dementsprechende Angebote unterbreitet.

Gerätekataster geplant

Jetzt soll ermittelt werden, wo es in der Brundtlandstadt bereits Defis gibt und wo sich auf dem Stadtplan noch weiße Flecken befinden. Auf Anhieb werden beim Pressegespräch die Waldsporthalle, die Harbighalle, die Michaelskirche, das Rhein-Neckar-Zentrum und die Schwimmbäder genannt. „Das ist aber bestimmt nicht alles“, ist sich Baaß sicher. Er sieht dennoch Nachholbedarf. Künftig sollen ein Defi-Kataster erstellt und die Standorte im Stadtplan markiert werden. JR

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