Viernheim

Vernissage Fotografien und Animationen von Alexander Kästel / Ausstellung im Kunsthaus läuft bis 29. September

Stadt mit anderen Augen sehen

Archivartikel

Viernheim.Wer als Viernheimer durch seine Heimatstadt geht oder fährt, der übersieht so manche schöne oder auch unansehnlich Ecke, selbst wenn sie direkt vor der eigenen Nase ist. Nicht so bei Auswärtigen, die zum ersten Mal durch die Brundtlandstadt streifen.

Was dabei heraus kommt, das hat der Mannheimer Fotograf Alexander Kästel in über 100 Schwarz-Weiß-Bildern festgehalten, die im Kunsthaus zu sehen sind.

Die Ausstellung „Sale Out“ wird am heutigen Freitag, 31. August, um 19 Uhr, in der Rathausstraße 36 eröffnet. Nach der Begrüßung durch Fritz Stier vom Viernheimer Kunstverein wird Thomas Schirmböck (Zephyr/Raum für Fotografie, Mannheim) die Vernissage-Gäste in die Ausstellung einführen.

„Wir wollten einen unvorbelasteten Künstler hierher holen, der die Stadt mit anderen Augen sieht als die Bürger. Bei den Fotos musste auch ich feststellen, dass mir bisher einige Stellen verborgen waren, obwohl man täglich daran vorbei kommt“, freute sich Claus Bunte vom Kunstverein über die Ergebnisse.

Zu sehen gibt es Gebäude, Personen und kleine alltägliche Situationen, die zum Schmunzeln und zum Nachdenken anregen. „Besonders aufgefallen ist mir der ruhende Verkehr, denn Parkplätze sind rar oder es gibt hier einfach zu viele Autos“ nannte Kästel seinen nachhaltigsten Eindruck. Viernheim hat er zudem als Schlafstadt wahrgenommen, in der man allerdings viele interessante Menschen kennenlernen kann.

Ohne Plan sei er durch die Gemeinde gestreift, hat dabei viel Ästhetisches gefunden, „es war aber oft schwer genug, wieder zur OEG zurückzufinden.“ Den Kontakt nach Viernheim gab es bei einer Ausstellung in Mannheim, wo er mit Fritz Stier ins Gespräch kam. Dabei wurde die Idee geboren, eine Fotostory über die südhessische Kleinstadt zu machen. Das Ergebnis sind Momentaufnahmen, die überwiegend mit einer Infrarotkamera aufgenommen wurden und auch bei einer digitalen Schau auf Kleinbildschirmen gezeigt werden.

Alexander Kästel begegnet seinen Motiven am liebsten unvoreingenommen. Es geht ihm dabei nicht um modischen Lifestyle oder flache Postkarten-Typologien, sondern um das Einfangen von eindrucksvollen, bisweilen auch poetisch anmutenden Erscheinungen. Die Spaziergänge durch Viernheim waren sozusagen ein Blinddate mit einer bis dato unbekannten Stadt, die sich ihm in weiten Teilen nicht nur von ihrer schönsten Seite präsentiert hat. JR

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