Viernheim

Verschwisterung Delegation aus dem polnischen Mlawa besucht Ende August Viernheim / Unterzeichnung von Urkunde und Vereinbarung geplant

Städte wollen Partnerschaft besiegeln

Viernheim.Bereits 2016 gab es die ersten Kontakte zwischen Viernheim und dem polnischen Mlawa. Die schon damals von Vertretern beider Kommunen ins Auge gefasste Begründung einer Städtepartnerschaft steht nun unmittelbar bevor. Ende August kommt eine Delegation aus der polnischen Kleinstadt nach Viernheim. Dann wollen die beiden Bürgermeister die entsprechenden Unterlagen unterzeichnen.

Wie Alexandra Busalt vom Kultur- und Sportamt im Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“ erklärt, reisen zwar bereits vom 22. bis zum 24. August Bürgermeister Matthias Baaß, Amtsleiter Stephan Schneider und Stadtverordnetenvorsteher Norbert Schübeler nach Mlawa. Für eine Unterzeichnung der Partnerschaftsunterlagen und die entsprechende Zeremonie ist dann aber Busalt zufolge keine Zeit. Denn am 23. August wird in der zukünftigen Partnerstadt Viernheims umfangreich der Schlacht von Mlawa gedacht, die sich 2019 zum 80. Mal jährt.

Verlustreiche Kämpfe

Am Anfang des Zweiten Weltkrieges hatte es bei Mlawa verlustreiche Kämpfe zwischen deutschen und polnischen Truppen gegeben. Mehrere Tausend Soldaten starben. „Bewohner Mlawas stellen die damalige Situation in der Stadt immer in der Zeit um den 23. August mit historischen Kostümen nach“, berichtet Busalt. Auch Delegationen aus den Städten, mit denen Mlawa bereits eine Partnerschaft unterhält, werden zu den mit dem Jubiläum verbundenen Feierlichkeiten anreisen.

Vom 30. August bis 2. September ist dann eine 22-köpfige Gruppe um Bürgermeister Slawomir Kowalewksi aus Mlawa in Viernheim.

Am Samstag, 31. August steht die Zeremonie zur Begründung der Partnerschaft an. Sie beginnt um 17.30 Uhr vor dem Rathaus. Dort wird laut Busalt zuerst die polnische, dann die deutsche und schließlich die europäische Flagge gehisst. Musikalisch untermalt wird dieser Teil der Zeremonie von Musik hoch drei, einer Spielgemeinschaft aus Kolpingkapelle/Stadtorchester, dem Musikkorps der Freiwilligen Feuerwehr und dem Musikverein Die Herolde.

Etwa um 18 Uhr geht es dann in geschlossener Runde im Ratssaal weiter. Wie in Deutschland bei der Begründung von Städtepartnerschaften üblich, unterzeichnen dort die beiden Bürgermeister eine Urkunde. Diese liegt in zweifacher Ausfertigung vor. Beide Exemplare enthalten jeweils einen kurzen Text in deutscher und polnischer Sprache. Anschließend unterzeichnen die beiden Bürgermeister dem polnischen Brauch entsprechend eine zweiseitige Partnerschaftsvereinbarung. Davon gibt es eine Version auf Deutsch, die in Viernheim bleibt, und eine Version auf Polnisch, die die Gäste mit nach Mlawa nehmen. Am Abend folgt eine Feier im Treff im Bahnhof. Im Rahmen ihres Aufenthalts besuchen die Gäste am Sonntag, 1. September, auch den Familiensporttag. Ein Abschlussabend im Skistadl ist für denselben Tag geplant.

Den Kontakt zwischen den Kommunen stellte 2016 Edyta Zander aus Viernheims Freundesstadt Haldensleben her. Über Verbindungen in das etwa 30 Kilometer südöstlich von Mlawa gelegenen Ciechanów hörte sie damals, dass in Mlawa Interesse an einer Partnerschaft mit einer deutschen Stadt bestand. Ciechanów war damals schon eine Partnerstadt Haldenslebens.

In der Folge gab es einen Briefwechsel zwischen den Bürgermeistern von Viernheim und Mlawa. Erstmals fuhren Bürgermeister Baaß, Amtsleiter Schneider und Zander als Dolmetscherin im Juli 2017 nach Mlawa.

Im September desselben Jahres schloss sich ein Informationsabend für interessierte Bürgergruppen in Viernheim an. 2018 besuchten Delegationen der beiden Kommunen die jeweils andere Stadt. Mlawa hat auch schon Literatur für die Viernheimer Stadtbücherei zur Verfügung gestellt. Am 15. März 2019 hat die Viernheimer Stadtverordnetenversammlung beschlossen, eine Städtepartnerschaft mit Mlawa einzugehen.

Termine für weitere Besuche in der zukünftigen Partnerstadt stehen laut Busalt noch nicht fest. Wie die Partnerschaft genau ausgestaltet werden soll, müssten die Verantwortlichen noch besprechen. Erste Kontakte habe es bei einem Besuch im Sommer 2018 schon zwischen den jeweiligen Pfadfindern und Musikschulen geben.

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