Viernheim

Internationale Kontakte Viernheimer Delegation informiert sich in der polnischen Gemeinde Mlawa

Städtepartnerschaft im Auge

Viernheim.Über 30 000 Einwohner, ein Waldstadion, einen See, ein Hallenbad, Sporthalle, Wanderwege, Fahrradrouten, Sport- und Erholungszentrum, einen Stadtpark, Museen, Kunstgalerie, Industrie- und Gewerbegebiet - hiermit ist allerdings nicht Viernheim gemeint, auch wenn es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Die Angaben beziehen sich auf Mlawa, eine polnischen Kleinstadt, 110 Kilometer nordwestlich von Warschau gelegen. Allerdings könnte in absehbarer Zeit zwischen den beiden Gemeinden eine Städtepartnerschaft entstehen. Bürgermeister Matthias Baaß hat den ersten Schritt dazu bereits getan, als er zusammen mit Stephan Schneider vom städtischen KFS-Büro Mlawa einen Besuch abstattete. Mit dabei war auch Edyta Zander aus Viernheims Freundesstadt Haldensleben, die den Stein ins Rollen gebracht hatte und als Dolmetscherin fungierte.

Tausende von Opfern

"Mlawa ist eine interessante Stadt mit einer ganz speziellen Historie zwischen Deutschland und Polen. Dort fand nämlich Anfang September 1939 eine Schlacht statt, die zu Beginn des zweiten Weltkriegs auf beiden Seiten tausende Opfer gefordert hat. Die Erinnerungen daran sind an vielen Stellen sichtbar", ließ Baaß auch dunkle Stunden der Vergangenheit nicht außen vor. Schließlich zähle gerade die Aussöhnung mit den Kriegsgegnern Frankreich und Polen zu den Sternstunden deutscher Politik. Mlawas Bürgermeister Slawomir Kowalewski, der übrigens keiner Partei angehört, zeigte ebenfalls Interesse an einer Städtepartnerschaft.

In den Gesprächen ließ er sich aus erster Hand über Viernheim informieren und besonders von der Arbeit mit den Zuwanderern angetan. "Da gibt es im Ausland wohl noch Informationsbedarf. Aber das trifft auch auf uns zu, was die Verhältnisse in Polen angeht" sieht Baaß auf beiden Seiten Vorurteile. Weitere Informationen gab es bei einer Stadtrundfahrt und Besuchen in einigen Firmen, unter anderem einem großen Geflügelzuchtbetrieb.

Einladung zum Gegenbesuch

Mit Städtepartnerschaften kennt man sich in Mlawa übrigens bestens aus, bestehen doch entsprechende Beziehungen bereits mit Gemeinden in Litauen, Frankreich (Elsass), Spanien und Italien. Demnächst könnten Viernheim und Deutschland dazu kommen. Matthias Baaß hat seinem Amtskollegen eine Einladung zu einem Gegenbesuch ausgesprochen, der Termin muss allerdings noch gefunden werden.

Die Viernheimer Mandatsträger wurden bereits über die ersten Schritte informiert und werden natürlich auch auf dem Laufenden gehalten. "Gerne können sich auch interessierte Bürger einbringen, denn eine Partnerschaft lebt schließlich von den Menschen auf beiden Seiten", würde sich der Bürgermeister über Mitstreiter freuen.

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