Viernheim

Albertus-Magnus-Schule Achtklässler lernen bei Orientierungstag sechs Berufsfelder kennen / Übungen sollen Praktikumssuche vorbereiten / Textverarbeitung fällt schwer

Stärken und Schwächen auf der Spur

Viernheim.„Unsere Limonade soll die Farben wechseln“, hat Anika sofort einen Einfall für ein einzigartiges Produkt. Motiviert macht sie sich gemeinsam mit ihren drei Klassenkameraden daran, das passende Flaschenetikett und ein Werbeplakat für das bunte Getränk zu entwerfen. An der „Kreativ-Station“ betätigen sich die Schüler der Albertus-Magnus-Schule (AMS) als Werbedesigner. Ihre Aufgabe ist es, ein eigenes Produkt für die fiktive Firma „Trink Mehr“ zu gestalten und ein Werbekonzept zu entwickeln. Die Aufgabe ist nur eine von vielen beim Berufsorientierungstag. Ziel des Projektes ist es, dass die Achtklässler den eigenen Stärken und Schwächen auf die Spur gehen.

Denn als 13- oder 14-Jährige haben Jugendliche oft noch keine Vorstellung, welche berufliche Richtung sie später einmal einschlagen wollen. Kaum einer weiß, ob er im Job eher mit Werkzeug oder doch lieber mit Paragrafen hantieren will.

Damit die AMSeln im kommenden Jahr ihr erstes Berufspraktikum gezielt auswählen können und auch schon einige Vorstellungen der Tätigkeiten haben, findet für alle achten Klassen der Tag „Berufsorientierung im Team“ statt. Die verantwortlichen Lehrer Andrea Bächle und Daniel Fritz haben ihn zusammen mit Cornelia Dewald, Kerstin Schippmann-Vetter und Robin Zubrod von der Jugendberufshilfe des Viernheimer Vereins Förderband vorbereitet.

Im Mittelpunkt der verschiedenen Stationen stehen dabei praktische Übungen in sechs Berufsfeldern, die zur Sensibilisierung für die eigenen Interessen dienen sollen. In Kleingruppen bearbeiten die Schüler die unterschiedlichen Aufgaben, für die sie jeweils nur eine Viertelstunde Zeit haben. Da schafft es die eine Gruppe, das Plakat für die Farbwechsel-Limonade fertig zu bekommen, während andere noch an der Gestaltung des Etiketts für ihr Getränk sitzen. Aber besonders die „Ingenieure“ verspüren den Zeitdruck bei ihrer Aufgabe: Aus Papier und Klebstoff soll eine Brücke zwischen zwei Tischen gebaut werden, die ein Spielzeugauto tragen kann. Es werden unterschiedliche Konstruktionen ausprobiert, mit verstärktem Untergrund oder mit separaten Seitenteilen.

Für den Einblick in den Verwaltungsbereich haben die Organisatoren vier Laptops aufgebaut, damit sich die Schüler in Sachen Textverarbeitung üben können. Sie sollen ein Anschreiben mit Seitenrand, Adressfeld und Grußformel nach DIN-Vorgaben erstellen. „Erstaunlicherweise ist das die schwierigste Aufgabe“, sagt Robin Zubrod.

Medizinische Vokabeln

Bei der Station des medizinisch-sozialen Bereichs messen sich die Schüler gegenseitig den Blutdruck, auf die klassische Weise mit Messgerät und Stethoskop. Und es ist gar nicht so einfach, die Werte richtig abzulesen. Gut, dass zur Kontrolle von systolischem und diastolischem Wert auch elektronisches Gerät bereit liegt. „Ich hab mir das Clavicula gebrochen“, wendet Ben gleich den Fachbegriff für das Schlüsselbein an, als die Schüler lateinische Ausdrücke kennenlernen, die Mediziner häufig nutzen.

An der „Praktiker-Insel“ muss ein Stück Draht zu einem Haus gebogen werden. Dabei dürfen die Schüler auch eine Zange als Hilfsmittel verwenden. An der „Rechts-Insel“ sind Fallbeispiele vorgegeben, die die Schüler aufarbeiten sollen. Zur Einstimmung auf die praktischen Arbeiten steht eine Übung zur Selbst- und Fremdeinschätzung an. Die Jugendlichen sollen einen Mitschüler beschreiben, der zufällig neben ihnen sitzt – mit einer Farbe, einem Tier, einem Musikinstrument und einem Zirkus-Mitglied. „Das ist gar nicht so einfach, weil man zu den Eigenschaften erstmal das Passende finden muss“, weiß Robin Zubrod.

So fallen auch die Rückmeldungen der Schüler aus: „Zirkus ist schwer, da gibt es so wenig Auswahl“, findet Danilo, und Ann-Kathrin ergänzt: „Es ist einfacher, wenn man jemanden richtig gut kennt.“ Durch den Berufsorientierungstag haben es die Achtklässler nun einfacher, ein passendes Praktikum im kommenden Jahr zu finden.

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