Viernheim

Kultur Reihe „Konzerte mit kleinem Format“ endet / Kantor Martin Stein kündigt Fortsetzung an

Streichmusik zum Abschluss

Archivartikel

Viernheim.„Finalstimmung“ herrschte am letzten Tag der Konzertreihe „mit kleinem Format“ in der Auferstehungskirche. Noch zahlreicher als zuvor seien die Anmeldungen gewesen, freute sich Organist Martin Stein, dessen Erwartungen angesichts von rund 60 Zuhörern nicht enttäuscht wurden. So konnte der Kantor der Evangelischen Kirchengemeinden bereits eine Fortsetzung des neuen Formats in der Adventszeit ankündigen. Dabei soll das Konzept unverändert bleiben: Ein Programm kommt zweimal nacheinander zur Aufführung, relativ wenige Musiker sind beteiligt.

Zum Ausklang der so positiv aufgenommenen ersten Konzertreihe standen noch zweimal 45 Minuten lang Sonaten und Concerti auf dem Programm. Dafür hatte Martin Stein aus der aktuellen Besetzung des Streicherensembles, das er 1987 selbst gegründet hatte, vier Musiker miteinbezogen: Ilona Schelter-Grooß (Violine), Klaus Giebels (Violine), Christiane Hinrichs (Viola/Violine) und Hans-Jochen Vogt (Violoncello) boten dem Publikum eine gekonnte Darbietung im Gotteshaus am Berliner Ring.

Den Anfang machte ein Auszug aus dem Konzert in B-Dur von Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759), bevor Pfarrer Klaus Traxler einleitende Worte sprach. Dabei zitierte er den katholischen Priester, Lyriker und einstigen Kulturminister Nicaraguas Ernesto Cardenal (1925 bis 2020) mit einer universell anmutenden Anrufung des Schöpfers: „Lobet ihn, den Herrn der Milchstraße, den Herrn zwischen den Atomen!“ Neben Sonaten und einem Orgelstück von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) kam das G-Dur-Konzert für Orgel und Streicher von Carl Philipp Emanuel Bach (1714 bis 1788) zum Vortrag. Mit dem Werk des berühmtesten der sechs Söhne von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) schloss sich zugleich der Kreis zur ersten Veranstaltung Anfang September, die als „reiner Bach-Abend“ gedacht war.

Grundlage für Popsongs

Nicht nur für Freunde der klassischen Musik interessant war ein Werk des Nürnberger Barock-Komponisten Johann Pachelbel (1653 bis 1706). Dessen Kanon in D-Dur für drei Violinen ist nicht nur ein häufig aufgeführtes kirchenmusikalisches Thema. Vielmehr bildet die darin verwendete Harmoniefolge die Grundlage verschiedenster Rock- und Popsongs der Moderne. So ist die auch als „Pachelbel-Schema“ bekannte harmonische Akkordserie etwa in „Go West“ (Pet Shop Boys), „Don’t Look Back In Anger“ (Oasis), „Die Eine“ (Die Firma), aber auch in der russischen Nationalhymne verarbeitet.

Für die Fortsetzung der Konzerte mit kleinem Format im Advent stehen die folgenden Termine bereits fest: Am Samstag, 28. November, sind Werke von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann vorgesehen, eine Woche später findet ein Orchesterkonzert zu Ehren des Schaffens von Joseph Haydn und Giovanni Battista Pergolesi statt, ehe sich am 12. Dezember das Ensemble für Alte Musik „La Voilotte“ der Kirchenmusik des 16. und 17. Jahrhunderts zuwendet. Dann sind unter anderem Kompositionen von Anthony Holborne und Johann Hieronymus Kapsberger zu hören.

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