Viernheim

Bühnenshow I Handballer entführen Publikum in die faszinierende Welt der Musicals / Zeitreise beginnt in den 20er Jahren

Tanzend durch „Miami Nights“

Archivartikel

Viernheim.Verrucht, temperamentvoll, schaurig-schön: Bei „Handball meets Musical“ reißen die Caro-Dancers ihr Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Zweimal tanzen sie ihre Musical-Interpretationen vor ausverkauftem Haus, zweimal bekommen sie stehende Ovationen für ihre tänzerische und schauspielerische Darbietung. Den Zuschauern gehen beinahe die Superlative aus: „Überragend“, „phänomenal“, „gigantisch“ ist überall zu hören. Und mehr als ein Besucher stellt sich ungläubig die Frage: „Sind das wirklich Handballer?“

Die tanzenden Ballsportler, ehemalige oder auch noch aktive Handballer, haben den Viernheimern zwei fantastische Abende beschert. Die Hobbytänzer zeigen fast schon professionelle Choreografien, die den Originalen kaum nachstehen. Bei „Handball meets Musical“ werden drei Stücke auf die Bühne gebracht, jedes mit einer ganz unterschiedlichen Grundstimmung und dennoch hervorragend und mitreißend umgesetzt.

Die Musical-Reise beginnt in den 20er Jahren, für „Chicago Cabaret“ wurden die Musikstücke beider Musicals zu einer neuen Geschichte voller Verführung und Mord gemischt. In knappen Kostümen mit Netzstrumpfhose, Korsage und Charlestonkleid geben sich die Damen verführerisch, aber auch durchaus berechnend. Denn die Frauen erzählen der Tänzerin Roxie vom Mord an ihren Liebhabern. Fasziniert schauen die Zuschauer der Tanznummer auf und mit dem schwarzen Stuhl zu und sind schon nach dem ersten Auftritt hellauf begeistert.

Nach einer kurzen Pause geht es weiter, ein Zeitsprung bringt das Viernheimer Publikum in die 80er Jahre. In Miami dreht sich alles um den klassischen Turniertanz, um die Intrigen, die rund um die Tanzpaare gesponnen werden. Tänzer Jimmy taucht unvermittelt ein in die Welt von Popcorn-Verkäuferin Laura und lernt Salsa und das kubanische Lebensgefühl kennen. Die Choreografie mit Standardschritten und Latino-Elementen passt perfekt zu den Ohrwürmern aus dem Jahrzehnt. Und auch diese Musical-Adaption reißt die Viernheimer von den Stühlen, die „Miami Nights“ werden minutenlang beklatscht.

Ralf Schaal und Peter Hoffmann kündigen dann eine längere Pause an: „Sie werden Gänsehaut bekommen“, verspricht das Moderatoren-Duo vor dem dritten Teil der Musical-Nacht. Und tatsächlich: Mit „Horrible Honeymoon“ übertreffen sich die Caro-Dancers selbst, was Choreografie, Maske und Kostüme angeht. Denn plötzlich tauchen die Untoten auf. Zombies tanzen um das Hotel, in dem ein frisch verheiratetes Pärchen landet. Die gruseligen Gestalten geben sich erst freundlich, zeigen dann aber ihr wahres Gesicht: Sie reißen die grellgelben Augen auf, und fletschen die spitzen Zähne. Sie beißen zu und machen die beiden Menschen ebenfalls unsterblich. So laden die Vampire zum letzten Tanz ein – zum grandiosen Finale und zu einem Ende, bei dem der Applaus gar nicht mehr aufhören will.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/viernheim

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