Viernheim

Tag des Friedhofs Aktionstag am 9. September ermöglicht interessante Einblicke / Erster Stadtrat Jens Bolze und Organisatoren stellen Programm vor

Themen Tod und Trauer den Schrecken nehmen

Archivartikel

Viernheim.„Der Tod gehört zum Leben wie das Leben zum Tod. Deshalb dürfen Themen wie Tod, Sterben und Friedhöfe kein Tabu mehr sein“, will Bürgermeister Matthias Baaß als Schirmherr beim Tag des Friedhofs, der am 9. September zum vierten Mal durchgeführt wird, den Betroffenen Ängste und Hemmungen nehmen. Auch Dorothee Gassenferth vom Hospizverein sieht an diesem Tag eine gute Möglichkeit, sich mit dem Sterben zu befassen, bevor der Ernstfall eintritt.

Das bundesweite Motto „Leben – lachen – Freude“ drückt auch aus, wie man mit Trauerfällen umgehen kann. Das Programm auf dem Viernheimer Waldfriedhof unterstreicht das Bemühen der Organisatoren den Verlust von geliebten Menschen würdevoll zu verarbeiten. Dazu gehört auch eine entsprechenden Beerdigungskultur. „In dieser Richtung hat sich in den vergangenen Jahren vieles verändert. Mittlerweile haben wir hier in Viernheim mehr Urnenbestattungen als Erdbestattungen“, berichtet Rainer Kempf von der Friedhofsverwaltung des Stadtbetriebs. Welche Möglichkeiten es insgesamt gibt, erklärt Angela Burkert an einem Informationsstand, wo man auch nach Kosten, Nutzungsdauer und Ähnlichem fragen kann.

An diesem Tag schließen sich Friedhofsgärtner, als drei Viernheimer Bestatter, Steinmetze, Floristen, die Friedhofsverwaltung, Religionsgemeinschaften sowie Initiativen und Vereine zusammen, um mit ihren Ideen zu einem breitgefächerten Programm beizutragen. Geführte Friedhofsrundgänge, Diskussionen zu friedhofsrelevanten Themen, Ausstellungen mit verschiedenen Schwerpunkten sowie kulturelle Veranstaltungen mit Musik und Literatur haben dabei immer ein Ziel: Die Bedeutung des Friedhofs als Ruhestätte, Ort der Trauerbewältigung, Erholungs- und Lebensraum soll den Menschen nähergebracht werden, um den Themen Tod und Trauer den Schrecken zu nehmen.

Gleich zu Beginn des Tages wartet um 11 Uhr mit einem besonderen Konzert ein außergewöhnlicher Programmpunkt. Die Mannheimer Sängerin Joana wird zusammen mit dem Gitarristen Adax Dörsam Lieder und Poesie von Abschied, Wiederkehr, von bleiben, gehen und ankommen präsentieren. Unterstützt wird der Auftritt vom Verein für Kunst und Soziales, Chaiselongue sowie der Bürgerstiftung.

Bei den Führungen gewährt Rainer Kempf einen Blick hinter die Kulissen des Waldfriedhofs. Andreas Morgenroth vom Verband für Gedenkkultur referiert über Friedhöfe auf neuen Wegen und beschreibt multikulturelle Friedhöfe.

Dazu gibt Ursula Oeßelmann Informationen zu Poesie, Livemusik und Gesang zu außerkirchlichen Trauerfeiern. Weitere Informationen rund um diese Themen gibt es in einem Kaffee- und Kuchenzelt. Den besinnlichen Tagesabschluss leitet Pfarrer Klaus Traxler. JR

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