Viernheim

Ferienprogramm Jugendliche drehen spannenden Kriminalfilm / Aus Wasser, Seife und Schafswolle entstehen faszinierende Filzkunstwerke

Tollpatschige Ermittler kommen Dieb auf die Spur

Archivartikel

Viernheim.. Ausflüge, sportliche Aktivitäten und viele kreative Projekte bietet die städtische Jugendförderung dem Viernheimer Nachwuchs in den Sommerferien. Bei einem Film-Workshop im Rahmen des Jugendprogramms drehten die etwas älteren Ferienspieler nun einen spannenden Krimi, die jüngeren Teilnehmer zeigten ihre Fähigkeiten beim Filzen.

„Im Viernheimer Heimatmuseum wurde ein wertvoller Gegenstand gestohlen“, verkündet der Nachrichtensprecher zu Beginn des Kurzkrimis, den die Ferienspieler beim Film-Workshop drehten. Zehn Jugendliche waren dabei weitgehend unabhängig aktiv. Sie entwickelten die Idee, schrieben ein kurzes Drehbuch, wählten Drehorte aus und nahmen schließlich die einzelnen Szenen auf. Zuvor hatte es natürlich auch ein Casting gegeben, bei dem die einzelnen Rollen zu besetzen waren.

Unterstützung bekamen die Teilnehmer von Tobias Mandel und Mitgliedern des Filmprojekts „Framed Chaos“, die auch den Schnitt übernahmen. Zum Abschluss sahen sich die Teilnehmer im ehemaligen Regina-Kino in der Ludwigstraße schließlich ihren Film an, den sie an nur einem Drehtag aufgenommen hatten.

Zum Auftakt des Projekts sammelten die Jugendlichen Ideen für das Vorhaben. Sie entschieden sich, einen Krimi zu drehen, bei dem sich eine tollpatschige Kommissarin (Jenkenman Osman) und ihr ebenso unbegabter Assistent (Valentino Riess) auf die Suche nach einem Dieb machen. Am Ende der Handlung wird der Gauner natürlich trotzdem geschnappt.

Gedreht wurde im Heimatmuseum, am Anglersee und im umgebauten Kino, in dem die Volkshochschule zurzeit Kurse anbietet. Zum Einsatz kamen gleich drei Kameras. Drei Stunden Filmmaterial stand schließlich zur Verfügung, aus dem das neuneinhalb Minuten lange Video entstand. Allein für den Schnitt benötigte das Team gut zehn Stunden. Nach der Premierenvorstellung gab es verdienten Applaus aus den eigenen Reihen. Jeder Teilnehmer bekam das Video als Datei auf einem Speicherstick und kann den Streifen jetzt im Familien- und Freundeskreis präsentieren. Möglicherweise erscheint der Krimi „Der verlorene Schatz“ demnächst auch auf der Internetseite der städtischen Jugendförderung.

Altes Handwerk

Mit einem alten Handwerk beschäftigten sich die jüngeren Ferienspielteilnehmer. Mit wenig Materialeinsatz, aber jeder Menge Handarbeit entstanden im Hof des Treff im Bahnhof (TiB) farbige Frösche und Drachenaugen aus Filz.

Anne Knapp zeigte den Kindern, dass sie mit Schafwolle, warmem Wasser und Seife tolle Dinge herstellen können. Mitgebracht hatten sie nur ein altes Handtuch. Die gereinigte und gefärbte Schafswolle wurde in Seifenwasser getränkt und danach von Hand gewalkt und gepresst und so in die gewünschte Form gebracht. Es entstanden Kugeln und Rollen, aus denen die Kinder später die gewünschten Figuren formten. Die Filzkunstwerke durften die Ferienprogramm-Teilnehmer nach Abschluss des Projekts natürlich mit nach Hause nehmen.

„Fast alle Teilnehmer hatten das erste Mal Kontakt mit diesem Textilstoff, auch wenn der zuhause schon bei Taschen oder Pantoffeln zu finden ist. Ganz neu war auf jeden Fall die Art der Herstellung, bei der die Kinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen konnten“, freute sich Anne Knapp über das große Interesse, denn auch dieser Kurs war ausgebucht.

Das trifft übrigens für viele Angebote der städtischen Jugendförderung in den Sommerferien zu. „Es lohnt sich aber, immer wieder auf der Kinderseite der städtischen Homepage reinzuschauen, denn es werden kurzfristig immer neue Veranstaltungen aufgenommen“, betont Anne Knapp. JR

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