Viernheim

Kunst Maler und Bildhauer Kurt Adam Arnold öffnet sein Atelier für Besucher / Duo Mudcat präsentiert Irish Folk

Torso zeigt innere Zerrissenheit

Archivartikel

Viernheim.„Es macht mir Spaß, interessante Menschen kennenzulernen.“ Einfacher hätte Kurt Adam Arnold seine mittlerweile vierte Teilnahme am Tag des offenen Ateliers nicht begründen können. Dabei versteckt sich in dieser Aussage auch die künstlerische Motivation des Viernheimer Malers und Bildhauers. Denn seit vergangenem Jahr konzentriert sich Arnold hauptsächlich auf großflächige und farbintensive Werke, bei denen Menschen im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens stehen. „Und natürlich das, was die Menschen bewegt“, erklärte er bei einer der Führungen am Aktionstag im Rahmen des Kultursommers Südhessen. Viele Gäste wollten sich sein uriges Atelier in der Illertstraße 11 genauer anschauen und der Musik von Miriam Burkardt und Christian Wirth lauschen.

Den Besuchern offenbarte sich schon zu Beginn im Garten Arnolds ein Kleinod der Kunst: Bunte Schmuckobjekte bereicherten das üppige Grün und die leuchtenden Farben der Bäume und Pflanzen. Als besonders eindrucksvoll empfanden die Gäste dabei vor allem die hellen und dunklen Holzskulpturen des Bildhauers, die perfekt in das Natur-Ambiente passten.

Unter knallroten Sonnensegeln hatte Hausherrin Christiane Arnold zahlreiche Tische mit Blumen und Stühlen aufgestellt, die zum Verweilen und Betrachten einluden. Für Snacks und Getränke hatte sie ebenfalls gesorgt, und bei Kaffee, Kuchen und dem ein oder anderen Gläschen Wein oder Sekt ließen zahlreiche Besucher die Kunstwerke erst einmal einfach auf sich wirken.

Was zunächst wie ein alter und unscheinbarer, im Garten gelegener Schuppen aussah, entpuppte sich zur Überraschung einiger Anwesender als Arnolds zweistöckige Werkstatt. Viele Gäste schlossen sich den Führungen des Künstlers durch sein uriges Atelier an. Staffeleien und eine Vielzahl von Pinseln und Farbtöpfen zeugten von intensiver künstlerischer Tätigkeit.

Von Paul Cézanne inspiriert

Besonders waren die Besucher allerdings an den neuesten Arbeiten des Viernheimer Malers interessiert. Inspiriert von Paul Cézanne und Wassily Kandinsky, reduziert Arnold in seinen Werken die Menschen auf Torsi und Köpfe. Hierbei bevorzugt er schnelles und kraftvolles Arbeiten. „Die Farben wirken am besten auf großen Flächen“, erklärte der Künstler seinen Zuhören und führte sie vorbei an einer herausfordernden Menschengruppe in kräftigem Rot, Balletttänzerinnen in gelben Röcken oder dem eng umschlungenen Tango-Pärchen.

Einige verweilten lange vor der Darstellung einer mit Lanzen und Schilden gerüsteten Armee, die Arnold als Ergänzung zu seinem Nibelungen-Zyklus gemalt hatte. Die Viernheimer Künstlerin Kerstin Scheffer-Bradl lobte die Umsetzung des Themas sowie die Farbgebung des Bildes. Kurt Adam Arnold erläuterte die Entstehungsgeschichten seiner Werke, in die er meist nachträglich noch Inspirationen einarbeitet. Weitere großflächige Gemälde – meist Menschengruppen in den verschiedensten Farben – konnten im Garten des Nachbarn betrachtet werden. Zum Abschluss führte Arnold die Gäste noch zu seiner aktuellen Arbeit: der Holzstatue eines männlichen Torsos, die er „innere Zerrissenheit“ nennt.

Die Musik von Miriam Burkardt und Christian Wirth von der Band Mudcat ließ Ambiente, Kunst und kulinarische Genüsse zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen. Mit Elektro-Geige und Gitarre präsentierten sie Irish Folk und Popmusik. Viele Zuhörer klatschten dabei im Takt mit. Das gefiel den beiden Musikern, die prompt eine halbe Stunde länger spielten, als es angekündigt war. Aber das störte natürlich niemanden. Mit vielen tollen Eindrücken verabschiedete sich das Publikum schließlich in die laue Spätsommernacht.

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