Viernheim

Film „Er tanzte sein Leben“ im Kunstraum Gerdi Gutperle

Tragischer Verlust der Schwester

Archivartikel

Viernheim.Der Künstler Marian Czura zeigt am kommenden Donnerstag, 9. Mai, ab 19 Uhr im Rahmen seiner kürzlich eröffneten Ausstellung seinen Dokumentarfilm „Er tanzte sein Leben“ im Kunstraum Gerdi Gutperle. Czura war bei dem international viel beachteten Film als Kameramann und als Regisseur aktiv. Unterstützt wurde er von Kuno Kruse. Der Film zeigt das dramatische Schicksal des jüdischen Tänzers Sylvin Rubinstein und dessen Zwillingsschwester Maria. Sie waren uneheliche Kinder einer jüdischen Tänzerin und eines russischen Fürsten und wuchsen im galizischen Brody auf.

Der Film schildert die Erfolge der beiden Künstler an der Tanzschule in Riga und auf den großen Varieté-Bühnen Europas. Sie waren ein gefeiertes Tanzpaar, umgeben von Luxus und Glamour.

Leben im Versteck

Doch mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges änderte sich das schlagartig. Nun begann für Rubinstein ein Leben zwischen Versteck, Widerstand und Gefängnis. Seine Schwester und seine Mutter verschwanden 1941 in Ostgalizien. Rubinstein beteiligte sich mit der polnischen Heimatarmee aktiv am Widerstand. Er überlebte als einziger seiner Familie, unter anderem durch die Hilfe eines deutschen Wehrmachtsoffiziers.

Rubinstein konnte den Verlust seiner geliebten Zwillingsschwester nicht überwinden und nahm in seinen Tanzrollen später ihre Identität als Dolores an. Der 92-jährige Rubinstein lebt heute zurückgezogen in Hamburg. Bei seinen Erzählungen in dem Dokumentarfilm spricht Sylvin Rubinstein daher teilweise auch in der Rolle der Dolores. Im Anschluss an die Vorführung im Kunstraum Gerdi Gutperle steht Regisseur Marian Czura dem Publikum für Fragen und zum Gespräch zur Verfügung. H.T.

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