Viernheim

Personenrettung Schweißhund Marley unterstützt Technisches Hilfswerk / Ortsverband bietet Grundausbildung an

Verschütteten auf der Spur

Archivartikel

Viernheim.Zu den Aufgaben des Technischen Hilfswerks (THW) zählt auch die Rettung verschütteter oder vermisster Menschen. Dabei werden in einigen Ortsverbänden neben modernen technischen Mitteln wie akustischen Geräten und Minikameras auch Hunde eingesetzt. In der Viernheimer Gruppe gibt es bereits Vierbeiner, mit denen in der Fläche oder unter Trümmern Personen aufgespürt werden können. Nun zählt auch Marley zum Team der Vierbeiner. Der Hannoversche Schweißhund ist fünf Jahre alt und wurde von Malikka Stauber zum „Mantrailer“, einem Personensuchhund, ausgebildet.

Christian Busalt von der THW-Führung freut sich über die Erweiterung der Hilfemöglichkeiten. „Damit sind wir gut aufgestellt. Marley wurde nach der erfolgreichen Prüfung durch die Polizei in eine spezielle Liste aufgenommen, in denen Hunde stehen, die im Ernstfall angefordert werden können. Bisher gab es schon acht Einsätze, die das Team sogar bis ins Saarland führte.“

Natürlich muss der Hund auch trainiert werden. „Das mache ich bei einer Feuerwehr in Rheinland-Pfalz oder dem THW in Darmstadt. Dort werden von fremden Personen unterschiedlich lange und anspruchsvolle Fährten gelegt, die es zu verfolgen gilt. Im Erfolgsfall, also fast immer, gibt es dann zur Belohnung etwas Leberwurst oder Hackfleisch. Das mag Marley nämlich am liebsten“, berichtet Malikka Stauber.

Wie viele andere Hunde auch besitzt ein Schweißhund eine ungewöhnlich gute Nase, so dass er selbst alte Fährten aufspüren kann. Der im Allgemeinen ruhige und gutmütige Hund kommt ordentlich in Fahrt, wenn er seine Arbeit aufnehmen darf. Grundsätzlich ist laut THW jeder Hund für das Suchen geeignet, sofern er nicht aggressiv ist. Wichtige Voraussetzungen sind außerdem Menschenfreundlichkeit, Neugierde, Bewegungsfreude und körperliche Gesundheit. Die privat gehaltenen Hunde werden in etwa zwei Jahren zum Rettungshund für die Suche in Trümmern ausgebildet. Im Anschluss ist eine weitere Ausbildung zum Flächensuchhund möglich.

Die Rettungshunde der Fachgruppe Ortung suchen nach verschütteten oder vermissten Personen. „Wenn gezielt gesucht wird, braucht es allerdings individuelle Geruchsspuren der entsprechenden Person. Das erhöht die Erfolgsaussichten deutlich“, erklärt Malikka Stauber. Durch die exakte Lokalisierung von vermissten Menschen können Bergungs- und Rettungsmaßnahmen zeitnah eingeleitet werden.

Das THW hat als Katastrophenschutz- und Einsatzorganisation des Bundes noch weitere Herausforderungen zu bewältigen. Hierfür werden immer wieder neue Mitglieder benötigt, die sich in einer 72 Stunden dauernden Grundausbildung auf mehrere Gebiete spezialisieren können. „Wir sind über jeden Helfer froh, der die entsprechenden Voraussetzungen mitbringt. Die Arbeit ist anspruchsvoll, wir haben aber auch viel Spaß“, macht Christian Busalt Werbung für das THW. JR

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