Viernheim

Ausbildung Alexander-von-Humboldt-Schule und Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main wollen Abgänger gemeinsam bei der Stellensuche unterstützen

Vertrag soll Zusammenarbeit zementieren

Viernheim.Aus einem ersten Gespräch entwickelte sich eine lose Zusammenarbeit, die schließlich fünf Ausbildungsverträge zustande brachte. Die Alexander-von-Humboldt-Schule (AvH) und die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main (HWK) haben nun einen offiziellen Kooperationsvertrag geschlossen, der den Schülern bessere Chancen auf einen passenden Ausbildungsberuf ermöglicht.

Viola Nickel, an der AvH die Beauftragte für Berufsorientierung, und Rolf Aßmann, Berater im Programm „Passgenaue Besetzung“, das unter anderem vom Europäischen Sozialfonds gefördert wird, trafen im vergangenen Jahr zufällig auf einer schulischen Veranstaltung aufeinander und kamen ins Gespräch. „Die Handwerkskammer bietet eine passgenaue Vermittlung von Ausbildungsplätzen, wir haben die Schüler, die einen Handwerksberuf suchen“, beschreibt Viola Nickel den spontanen Anfang der Zusammenarbeit. Für sieben AvH-Schüler wurde von der HWK kurzfristig ein eventuell passender Ausbildungsbetrieb gesucht, fünf Abgänger haben tatsächlich dort eine Ausbildung begonnen. „So eine Erfolgsquote hat man selten“, ist Rolf Aßmann begeistert. Aus der losen Zusammenarbeit wird nun eine offizielle Kooperation, im Vertrag wird die Zusammenarbeit formal geregelt. Die Lehrer haben ein Auge auf die Schüler, schauen, wer Unterstützung bei der Berufswahl brauchen könnte, und raten zur Beratung bei der HWK. Rolf Aßmann und sein Kollege Jörg Kosch, der als Willkommenslotse Flüchtlinge betreut, kommen zur individuellen Beratung in die Klassen, stellen die rund 130 Handwerksberufe beim Berufsbildertag vor oder sind bei Elternabenden vertreten.

„Viele Schüler, die die Schule beenden, suchen selbständig nach einem Ausbildungsplatz“, erzählt Viola Nickel, „aber andere muss man ein bisschen an der Hand nehmen.“ Dabei unterstützt nicht nur die Schule, sondern nun auch die Handwerkskammer.

Umfangreiche Datenbank

Falls es eine Bewerbung der Schüler gibt, sucht der HWK-Berater in seiner umfangreichen Datenbank die Betriebe heraus und kontaktiert die Firmen. „Wenn wir anrufen, dann ist die Bereitschaft der Firmen höher, sich den Bewerber anzuschauen“, weiß Rolf Aßmann aus Erfahrung. Und Jörg Kosch ergänzt: „Wir fragen auch ab, ob die Betriebe überhaupt Ausbildungsplätze haben, bevor der Schüler seine Bewerbung dorthin schickt. Sonst ist der Frust groß, wenn nur Absagen zurückkommen.“

Simone Emmenlauer, Abteilungsleiterin Fachkräftesicherung bei der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main fasst zusammen: „Wege werden einfach abgekürzt, so dass alle Beteiligten profitieren.“ Nicht nur Schüler der Intensivklassen und Hauptschüler, sondern auch Realschüler und Gymnasiasten sollen von dem Beratungsangebot einen Vorteil haben.

„Nicht jeder Abiturient möchte studieren, oder er beendet das Studium nicht, weil es nicht zu ihm passt“, weiß AvH-Oberstufenleiterin Sarah Hoeller. Wenn man in der Schule das richtige Beratungsangebot habe, könne man die Zahl der Studienabbrecher verringern. Die Kooperation mit der HWK ist da sicherlich ein guter Schritt, meint auch Rolf Aßmann: „Zusammen haben wir mehr Erfolg, als wenn jeder nur für sich arbeitet.“ su

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