Viernheim

Albert-Schweitzer-Turnier 170 Teilnehmer bei der dreitägigen „Coach Clinic“ in der Harbig-Halle / Fortbildung für Basketball-Trainer

„Viele neue Trainingsideen“

Archivartikel

Viernheim.Die Zuschauerränge der Rudolf-Harbig-Halle sind bis auf den letzten Platz gefüllt. Zunächst nichts besonderes für eine Sporthalle. Aber für die knapp 170 Gäste auf der Tribüne ist es gestern eine ungewöhnliche Situation, denn normalerweise stehen sie neben dem Spielfeldrand, feuern ihre Basketball-Mannschaften an und geben Tipps, statt welche zu bekommen. Sie sind Teilnehmer der sogenannten „Coach Clinic“, die im Rahmen des Albert-Schweitzer-Turniers (AST) – dem Basketball-Turnier der U 18-Nationalteams – ihren Auftakt hatte.

Internationale Gäste

Die „Coach Clinic“ wird von der Bundesakademie des Deutschen Basketball Bundes (DBB) in Kooperation mit der FIBA Europe (einem Ableger des Weltbasketballverbandes) zum zehnten Mal im Rahmen des AST veranstaltet. Das Konzept ist international anerkannt. „Solche Trainerfortbildungen gibt es überall auf der Welt“, erklärt Peter Radegast, Geschäftsführer der Bundesakademie beim DBB. „Und bei uns im Basketballbund sind Fortbildungen eine Pflicht.“

Auf den Rängen finden sich gestern Trainer, die entweder ihre A-, B-, oder C-Lizenz verlängern möchten. Aber auch internationale Gäste nehmen an der „Coach Clinic“, die aus Vorträgen von internationalen Cheftrainern und praktischen Einheiten besteht, teil. Unter den 170 Zuschauern finden sich 21 Trainer aus Finnland, zwölf Tschechen und ein Japaner, die sich gestern die Vorträge von Kay Blümel, Bundestrainer der U 15-Herren-Nationalmannschaft, und von Radovan Trifunovi´c, Trainer der slowenischen Herren-Nationalmannschaft (siehe Kasten links) auf Englisch anhören. Blümel konzentrierte sich dabei fast eineinhalb Stunden auf die Spielform „3 gegen 3“ (hier treten drei Spieler im Vergleich zu den üblichen fünf gegeneinander an), die ab 2020 als Olympische Disziplin an den Start gehen wird. Allen, die diese Disziplin vor allem aus dem Kontext des Streetbasketballs kennen, erklärt Blümel den Unterschied: „Es ist ein flüssigeres Spiel. Beim Straßenbasketball muss man bei jedem Ballwechsel unterbrechen, beim ,3 gegen 3’ nicht, dadurch ist das Spiel schneller.“ Trifunovi´c konzentrierte sich in seinem Vortrag auf „Modern Defense Tendencies“, also moderne Formen der Verteidigung. Dabei brüllt Trifunovi´c den Spielern, die zu Vorführzwecken als Verteidiger auf dem Spielfeld stehen, immer wieder zu: „Hände hoch, Hände nach oben“ – um den Gegner abzulenken.

Der 35-jährige Machida Yosuke der vom japanischen Basketballverband ausgewählt wurde, um nach Viernheim zu kommen, zeigt sich nach Tag eins begeistert. „Ich habe viele neue Trainingsideen erhalten, das war beeindruckend. Ich möchte die Verteidigung in meiner Mannschaft an der Universität von Sapporo verändern und habe hier wertvolle Tipps erhalten“, sagt der Coach. Auch die 34-jährige Jasmin Burgis, die ihre B-Lizenz verlängern möchte und beim TG Würzburg die U 12- und U 14-Mädchen-Mannschaften trainiert, ist zufrieden – bis auf einen Punkt: „Ich fände es toll, wenn es auch mal weibliche Referenten geben würde. Entweder die werden nicht eingeladen oder die sagen ab. Das würde mich schon mal interessieren.“ Burgis ist bei der „Coach Clinic“ eine von sechs Trainerinnen.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel