Viernheim

Arbeiterwohlfahrt Kleiderladen im katholischen Sozialzentrum platzt aus allen Nähten / Aktueller Rabatt von 50 Prozent

Viele Spenden – wenig Qualität

Viernheim.. Immer mehr Hemden, Jacken oder Hosen werden zurzeit im Kleiderladen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) abgegeben. Die Qualität der Spenden lässt allerdings zu wünschen übrig, was den Verantwortlichen sehr viel Sortierarbeit bereitet. „Hilfe, wir saufen ab“, schlägt die Leiterin Beate Meyer bei einem Pressegespräch nun Alarm. Sie bittet die Viernheimer darum, künftig nur noch wirklich brauchbare Kleidungsstücke vorbeizubringen.

Nachdem die Räume im katholischen Sozialzentrum wegen der Corona-Krise mehrere Monate geschlossen waren, hat nach Auskunft der AWO die Spendenfreudigkeit zuletzt deutlich zugenommen. „Die Leute hatten eben Zeit, im Speicher und Keller aufzuräumen. Da wurde natürlich jede Menge Kleidung ausgemustert, allerdings war leider auch viel Abfall dabei“, berichtet AWO-Vorsitzende Jutta Schmiddem. Die Annahmestelle in der Wasserstraße sei daher schnell an ihre Grenzen gestoßen.

Hinzu kommt, dass von den insgesamt 14 ehrenamtlichen Helferinnen die Hälfte zur Risikogruppe gehört und derzeit nicht mehr aktiv ist. „Deshalb muss der Rest verstärkt mitarbeiten. Das Sortieren ist nicht immer angenehm, denn oft tauchen Kleidungsstücke auf, die man gleich in den Container hätte werfen können“, berichtet Beate Meyer.

Ausgetretene Schuhe

Zu den Funden zählten zum Beispiel Unterwäsche, abgetragene Kleidung oder ausgetretene Schuhe. „Man merkt, dass viel schlechte Qualität dabei ist und die Sachen nicht lange halten“, sagt Beate Meyer mit Blick auf die in großem Umfang kursierende „Billigware“.

Unverändert gut ist nach Angaben der Leiterin unterdessen das Betriebsklima im Kleiderladen. „Der Spaß überwiegt noch, was auch an der tollen Truppe liegt. Da werden über außergewöhnliche Kleidungsstücke schon gerne auch lockere Sprüche geklopft. Wir liegen alle auf einer Wellenlänge.“ Neue Helferinnen, die sich für die gute Sache engagieren wollen, seien jederzeit willkommen.

Erst vor einem Jahr wurde der Kleiderladen, der seine ursprüngliche Bezeichnung Kleiderkammer abgelegt hat, vergrößert und neu eingerichtet. Nun platzt die soziale Einrichtung schon wieder aus allen Nähten. Dabei werde nur ein Drittel der Spenden den Viernheimern angeboten. Ein weiteres Drittel lande in der Ukraine und in Moldawien, diese Waren würden von Organisationen dieser Länder abgeholt. Der Rest der Spenden werde in Kleidercontainern entsorgt, so die Arbeiterwohlfahrt.

Der Kundenkreis des Kleiderladens besteht zu fast 70 Prozent aus Menschen, die auch in der benachbarten Tafel einkaufen. „Bei uns kann aber jeder kommen, was sich aber noch nicht herumgesprochen hat“, sagt Beate Meyer. Die Preise seien „unschlagbar, liegen zwischen 50 Cent und sieben Euro“. Bis Ende August gewähre der Viernheimer Kleiderladen sogar einen Rabatt von 50 Prozent, um Platz für die Wintersachen zu schaffen.

Neben Kleidung für Damen und Herren namhafter Hersteller gibt es dort auch schicke Klamotten für Jugendliche in den gängigen Größen. Das Angebot richte sich an Menschen mit kleinem Geldbeutel oder diejenigen, für die der Begriff Nachhaltigkeit nicht nur eine Floskel sei, betont die Arbeiterwohlfahrt. Auch an den Nachwuchs ist im katholischen Sozialzentrum gedacht. Gleich nebenan gibt es speziell für Kinder den Laden „Jacke wie Hose“.

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