Viernheim

Verkehr ADFC-Ortsgruppe stellt Ergebnisse des Fahrradklimatests vor / Hohe Zahl an Diebstählen bereitet Sorgen

Viernheim landet im Mittelfeld

Viernheim.Viernheim ist recht ebenerdig, nicht von großen Verkehrsadern durchzogen und hat wenig Durchgangsverkehr: Eigentlich sehr gute Bedingungen, damit es eine Stadt der Fahrradfahrer werden könnte. Doch bei den Fahrradklimatests, die alle zwei Jahre bundesweit vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) durchgeführt werden, schnitt die Brundtlandstadt zuletzt eher mittelmäßig ab.

Im vergangenen Jahr etwa landete Viernheim in der Kategorie der Städte unter 50 000 Einwohnern auf Platz 185 Platz von 364 bewerteten Kommunen. Die Gesamtzufriedenheit der Radfahrer wird - nach dem System der Schulnoten - mit 3,8 angegeben. Gegenüber der Befragung von 2014 gab es nur eine geringfügige Veränderung. Damals lag das Ergebnis bei 3,7. Unter dem Motto "Hat Deine Stadt ein Herz fürs Rad?" wurden beim Fahrradklimatest 27 Fragen in fünf Kategorien gestellt: "Fahrrad- und Verkehrsklima", "Stellenwert des Radfahrens", "Sicherheit beim Radfahren", "Komfort beim Radfahren" und "Infrastruktur und Radverkehrsnetz". Die Teilnehmer konnten ihre Fragebögen im Internet oder an den Infoständen des ADFC ausfüllen.

Zahl der Teilnehmer gestiegen

Günter Aufdermauer, Sprecher der ADFC-Ortsgruppe Viernheim, lobte bei einem Pressegespräch im Brundtlandbüro die gestiegene Resonanz auf die Aktion. Gegenüber 2014 hatte sich die Teilnehmerzahl in Viernheim von 66 auf 113 fast verdoppelt. Kritisch äußerte er sich zu den regelmäßigen Verkehrszählungen vor Ort, weil dabei nur Kraftfahrzeuge und keine Fahrradfahrer erfasst würden: "So fehlen den Verkehrsplanern jegliche Daten über den Fahrradverkehr in der Stadt."

Der zweite Sprecher Andreas Vondung stellte die einzelnen Ergebnisse der Befragung vor: Als besonders positiv - mit Noten von 2,7 und 2,8 - wurden demnach die hohe Zahl an Radfahrern, die Erreichbarkeit des Stadtzentrums und die Möglichkeit des zügigen Fahrens bewertet. Gleichzeitig sehen die Teilnehmer eine zu geringe Anzahl an Kontrollen bei Falschparkern auf Fahrradwegen, eine zu hohe Diebstahlrate bei Fahrrädern und eine zu geringe Zahl an Leihfahrrädern. Die Noten lagen in diesem Bereich bei 4,5 bis 4,9.

Auf das Thema Fahrraddiebstähle gingen Vondung und Beisitzer Helmut Träger intensiver ein. Während bundesweit im vergangenen Jahr ein leichter Rückgang der Delikte zu verzeichnen war, hätten diese im Landkreis Bergstraße um 10,9 Prozent und in Viernheim sogar um 23,6 Prozent zugenommen. Die ADFC-Ortsgruppe fordert daher die Stadt auf, Fahrradabstellplätze besser zu sichern. Auch eine Kameraüberwachung bringen die Verantwortlichen in diesem Zusammenhang ins Spiel. Als eigenen Beitrag zur Diebstahlprävention will der ADFC laut Helmut Träger die Codierung von Fahrrädern fördern und Beratungen über Fahrradschlösser mit dem ortsansässigen Fahrradhandel durchführen.

Im Vergleich zu den Städten der Umgebung steht Viernheim mit dem Zufriedenheitswert von 3,8 relativ gut da. Bensheim kommt zwar auf die Note 3,7, Heppenheim (3,9), Mannheim (3,9) und Weinheim (4,1) schneiden aber schlechter ab. Bundesweiter Spitzenreiter ist mit dem Wert von 1,9 die 14 500 Einwohner zählende Gemeinde Reken im Münsterland. Die Notwendigkeit baulicher Veränderungen sieht der ADFC Viernheim zurzeit nicht. Helmut Träger spricht sich aber für ein engagierteres Vorgehen gegen Parksünder und eine bessere Kennzeichnung von Baustellen aus.

Nach Meinung von Andreas Vondung sollte in der Innenstadt der Fahrradverkehr generell Vorrang vor dem Pkw-Verkehr haben: "Das Fahrradpotenzial in Viernheim ist riesengroß, dies beweisen auch die Konzerte der Sommerbühne, zu denen sehr viele Zuhörer mit dem Fahrrad kommen. Es kommt nur darauf an, es auch tatsächlich zu nutzen."

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