Viernheim

Leichtathletik Hessische Meisterschaften der verschiedenen Altersklassen / Vier-Mal-100-Meter-Staffel der weiblichen U 18 sowie Emilie Meier im Sprint jeweils auf dem zweiten Platz

Viernheimer bringen zwei Silbermedaillen mit

Viernheim.Die hessischen Meisterschaften der Leichtathleten aller Altersklassen finden jedes Jahr vor den Sommerferien statt. So machten sich die Sprintstaffeln des TSV Amicitia 1906/09 Viernheim auf den Weg nach Nordhessen. In Bebra wurden die Meisterschaften der Kurz- und Langstaffeln ausgetragen.

Bereits die Anfahrt war eine Herausforderung. Aufgrund von zahlreichen Staus und Unfällen wurde die Veranstaltung letztlich um eine halbe Stunde nach hinten verschoben. Zunächst standen die Vorläufe der U18 an. Die Viernheimer 4x100 Meter-Staffel in der Besetzung Lilly Breunig, Chantal Schramm, Kira Hambücher und Emilie Meier setzte sich bei bestem Leichtathletikwetter gegen die Konkurrenz durch.

Trotz mittelmäßiger Wechsel qualifizierten sie sich in 48,53 Sekunden als zweitschnellste Staffel für den Endlauf. Die Frauenstaffel ging mit Caren Münchenbach, Katharina Hoock, Susan Münchenbach und Nadine Gutperle an den Start. Sie machten es deutlich spannender als ihre Vereinskolleginnen.

Mit nur einer Hundertstelsekunde Vorsprung auf die Staffel aus Langgöns-Oberkleen erkämpften sich die Viernheimerinnen den letzten Platz im Endlauf. Die Vorlaufzeit von 50,81 Sekunden war dabei eine Saisonbestleistung, auch wenn der zweite und dritte Wechsel nicht optimal liefen.

Staffelwechsel nicht optimal

Im Endlauf wollte die U18-Staffel mit um den Sieg kämpfen. Die Viernheimerinnen konnten ihre Bestzeit auf 48,61 Sekunden verbessern. Die Wechsel verhinderten jedoch erneut eine noch bessere Zeit und die Chance auf den hessischen Meistertitel. So siegte die LG OVAG Friedberg-Fauerbach in 47,98 Sekunden vor dem Quartett aus Viernheim und dem TV Gelnhausen. Mit dem Finaleinzug hatten die Frauen ihr Minimalziel bereits erfüllt. Trotzdem wollten die Viernheimer Sprinterinnen im Endlauf noch eine Zeit unter 50 Sekunden laufen, obwohl sie auf Bahn eins nicht gerade die günstigsten Bedingungen dazu hatten. Nach einem guten ersten Wechsel, fehlten beim zweiten Wechsel gerade einmal zwei Zentimeter für einen perfekten Wechsel. Um nicht disqualifiziert zu werden, musste Susan Münchenbach voll abbremsen und stand beim Wechsel. Die angestrebte Zeit war damit nicht mehr in Reichweite.

In 51,22 Sekunden blieb den Viernheimerinnen Platz sechs beim Sieg der Staffel aus Friedberg-Fauerbach (47,88 Sekunden). Direkt nach dem Frauenfinale zog in Nordhessen ein Unwetter mit Hagel und starken Böen auf. Dabei wurden neben einigen Zelten auch die Zeitmessanlage beschädigt. Nachdem es über den ganzen Tag schon zu Zeitplanverzögerungen durch organisatorische Probleme kam, beschlossen die Offiziellen des Hessischen Leichtathletikverbandes, die restlichen Läufe abzusagen.

Emilie Meier in Topform

Dann folgten in Fulda die hessischen Einzelmeisterschaften der Aktiven und Jugend U18. Auch hier kam es durch technische Probleme zu Zeitplanverzögerungen. Davon betroffen waren auch die TSV-Sprinterinnen und Sprinter um Emilie Meier. Als Erster startete Jonas Ersin Atcapar in der männlichen Jugend U18 über 100 Meter. Im Vorlauf steigerte er seine Bestzeit auf 11,77 Sekunden, was jedoch nicht für den Zwischenlauf reichte. In der weiblichen Jugend U18 begann Meier im Vorlauf über die kurze Sprintdistanz verhalten. In 12,65 Sekunden qualifizierte sie sich dennoch souverän für den Zwischenlauf. Lilly Breunig konnte nicht ganz an ihre Vorleistungen anschließen. In 13,79 Sekunden verpasste sie den Einzug in die nächste Runde. Für Nadine Gutperle war bei den Frauen ebenfalls bereits nach dem Vorlauf Schluss. Mit ihrer Zeit von 13,19 Sekunden lief sie im Bereich ihrer Jahresbestleistung, verpasste das B-Finale jedoch um lediglich acht Hundertstel. Im Zwischenlauf gelang Emilie Meier eine deutliche Leistungssteigerung. In 12,34 Sekunden musste sie sich nur der unangefochtenen Nummer eins in Hessen, Antonia Dellert aus Seligenstadt, geschlagen geben. Im Endlauf setzte die schnellste Viernheimerin in 12,19 Sekunden noch einen drauf. Mit ihrer neuen Bestzeit sicherte sich Meier Silber und somit ihre erste Einzelmedaille bei Landesmeisterschaften. Den Meistertitel sicherte sich unerwartet Antonia Unger vom TV Wetzlar in 12,06 Sekunden. Die Favoritin aus Seligenstadt schied bereits kurz nach dem Start aus.

Potenzial nicht umgesetzt

Am zweiten Tag der Meisterschaften in Fulda startete Susan Münchenbach im Weitsprung der Frauen. Auf den Hochsprung musste sie aufgrund eines Gewitters und einer darauffolgenden Änderung des Zeitplans verzichten, da beide Disziplinen zeitgleich starteten. Das Unwetter zog direkt vor dem Beginn des Weitsprungwettbewerbs auf. Die Springerinnen versuchten, sich auf der überfüllten Tribüne warmzuhalten. Als der Wettkampf starten konnte, legte Münchenbach mit ihrem ersten Sprung auf 5,43 Meter eine gute Basis. In den weiteren Versuchen platze der Knoten leider nicht. Erst im letzten Sprung deutete sich das Leistungsvermögen der 25-Jährigen an. Jedoch war dieser Versuch ungültig. Mit Platz acht blieb Münchenbach auch hinter ihren eigenen Ansprüchen zurück.

Zwei Normen für DM

Am gleichen Wochenende startete die Ausdauerspezialisten Annika Leineweber bei der Laufgala in Pfungstadt. Die 15-Jährige, die eigentlich noch der Altersklasse U16 angehört, lief die 3000 Meter in der Jugend U18. In einem gleichmäßigen Rennen steigerte sie ihre Bestzeit aus dem Vorjahr auf 10:41,20 Minuten. Das bedeutete Platz drei hinter zwei Nachwuchsläuferinnen aus den Niederlanden und Belgien. Die hessische Konkurrenz lies Leineweber aufgrund eines couragierten Laufes hinter sich. Dazu unterbot die junge Läuferin die Norm für die deutschen Jugendmeisterschaften der U16 deutlich. Bei den Senioren der Altersklasse M40 wollte Jochen Hofmann noch das Ticket über 200 Meter für die deutschen Meisterschaften buchen. Anfang Juni bot sich dem Sprinter dafür die letzte Chance bei den südwestdeutschen Seniorenmeisterschaften in Trier. Außerhalb der Meisterschaftswertung gelang Hofmann die Qualifikation in noch ausbaufähigen 25,28 Sekunden. Die Norm über seine Spezialstrecke, die 100 Meter, hatte er schon zuvor unterboten. cm

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