Viernheim

Bildung Alexander-von-Humboldt-Schule braucht zusätzliche Unterrichtsräume / Auf Container folgt Erweiterungsbau

„Villa Kunterbunt“ muss weichen

Archivartikel

Viernheim.Die „Villa Kunterbunt“ an der Alexander-von-Humboldt-Schule wird abgerissen, der farbige Containerbau wird ersetzt. In der kommenden Woche beschäftigt sich der Haupt- und Finanzausschuss mit den anstehenden Maßnahmen. Mit einem neuen Containerbau ist es an der AvH aber nicht getan – denn auch das Schulgebäude wird saniert und erweitert.

Aktuell in der Planung ist ein fester Anbau mit weiteren Klassenzimmern. „In der Schule besteht ein akuter Mehrbedarf an Unterrichtsräumen“, begründet Landrat Christian Engelhardt in einer Pressemitteilung die Entscheidung des Kreises Bergstraße zu einer umfassenden Modernisierung. Nach Schätzung des Kreises könnte sich die Schülerzahl von aktuell rund 1000 bis auf knapp 1200 im Schuljahr 2022/2023 erhöhen. Um dieser möglichen Entwicklung Rechnung zu tragen, ist die Erweiterung angestoßen worden.

„Ich freue mich, dass der Landkreis die dauerhafte bauliche Veränderung jetzt in Angriff nimmt“, begrüßt Bürgermeister Matthias Baaß den Planungsbeginn. Details wie Standort oder Größe des Anbaus nannte der Eigenbetrieb Schule und Gebäudewirtschaft des Kreises auf Anfrage des „Südhessen Morgen“ noch nicht. Kreis, Stadt und Schule steckten aktuell noch mitten in der ersten Planungsphase.

Standortfrage noch offen

„Es gibt ein Raumprogramm, das vom Kreisausschuss beschlossen wurde“, bestätigt Schulleiterin Cornelia Kohl die ersten Schritte. Anhand dieses Programms werde jetzt ermittelt, wieviele neue Räume tatsächlich benötigt würden. Dann werde auch die Standortfrage geklärt, wo der neue Trakt gebaut werden soll.

Für den eigentlichen Baubeginn gibt es also noch keinen Termin, es dauert nach Angaben aller Beteiligten noch eine Weile. Wegen des aktuellen Klassenraum-Mangels ist deshalb eine Interimslösung beschlossen worden: Auf dem Gelände entsteht eine zweigeschossige Container-Anlage in Modulbauweise mit zehn Klassenräumen für die Schule sowie einem Gruppenraum und den Büros für die städtische Jugendförderung.

Dafür muss die „Villa Kunterbunt“ weichen. „Die Container haben endgültig das Ende ihrer möglichen Nutzungszeit erreicht“, erklärt die städtische Pressestelle, dass die „Villa“ ohnehin nicht mehr länger hätte in Betrieb sein können. Die Anlage wurde schon Ende der 80er Jahre als Behelfskindergarten am heutigen Kinderdörfel errichtet und im Jahr 2000 auf das Grundstück der AvH umgesetzt. Für wenige Wochen wird die Arbeit der Jugendförderung an anderer Stelle stattfinden müssen, ehe dann die Übergangslösung greifen kann.

Finanzielle Beteiligung der Stadt

Der Haupt- und Finanzausschuss wird sich in seiner Sitzung am Dienstag, 15. Mai, 19.30 Uhr, im Ratssaal damit beschäftigen, ob die Stadt dem Kreis Bergstraße ein einmaliges pauschales Entgelt in Höhe von 25 000 Euro für die Nutzung zahlt. Der Einzug in den neuen Containerbau ist zum Ende der Sommerferien geplant. Diese Container werden für Unterricht und Betreuung genutzt, bis der dauerhafte Anbau realisiert ist. Der Ausschuss wird außerdem die Aufteilung der Kosten beraten. Gemäß Vorlage soll sich die Stadt Viernheim an dem Projekt des Kreises beteiligen, indem sie die Räume in dem Anbau finanziert, die später von der Jugendförderung genutzt werden. So wurde es auch beim Bau des Mensagebäudes in der Friedrich-Fröbel-Schule gehandhabt.

Weiterhin werden an der AvH die Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten fortgeführt. Das Schulgebäude wird bereits seit 2005 sukzessive saniert. Bereits abgeschlossen sind die Arbeiten am Dach, die Renovierung der Klassenräume im Obergeschoss und der Fachräume im Erdgeschoss und das Mensa-Projekt. Noch zu sanieren sind der Verwaltungstrakt, das Foyer und die Aula im Erdgeschoss. Diese Maßnahmen sollen nun in die aktuellen Planungen einbezogen werden.

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