Viernheim

Musik Zum Finale ihrer Konzertreihe widmet sich Violinistin Jeanette Pitkevica der „Dichterliebe“ / Bariton Michael Roman gibt Gefühlen Raum

Vom Dialog der Instrumente verzaubert

Viernheim.Unter dem Titel „Dichterliebe“ nahm Violinistin Jeanette Pitkevica ihr Publikum mit in die Welt der Kunstlieder. Die nach den Gedichten von Heinrich Heine inspirierten Werke präsentierte sie beim Finale ihrer zwölften Konzertreihe gemeinsam mit Michael Roman (Bariton), Dumitrita Gore (zweite Geige), Rodolfo Mijares Cotiz (Bratsche) und Jooyun Choi (Cello). In der voll besetzten Kulturscheune gelang es ihnen perfekt, die Kunstlieder – Raritäten der vielstimmigen Musikgeschichte – als Kennzeichen der gefühlsbetonten Romantik zu Gehör zu bringen. Eine Reihe musikalischer Edelsteine von Robert Schumann (1810 bis 1856) schmückten den Abschluss der Konzertreihe.

Der musikalische Zauber jener Epoche wurde zu Beginn der Vorstellung durch das Quartett Nr. 2 a-Moll für zwei Violinen, Viola und Violoncello op. 512 von Johannes Brahms (1833 bis 1897) deutlich. Das freudige Drängen gefolgt von einem stillen Verweilen, stets im virtuosen Wechselspiel zwischen der instrumentalen Dominanz und den Dialogen einzelner Instrumente mit dem gesamten Quartett, brachte in vier Sätzen die Vielstimmigkeit der Musik der Romantik zum Ausdruck.

Im zweiten Teil des Abends stand Bariton Michael Roman im Mittelpunkt des Konzertes. Für Schumann sollen die Gedichte Heinrich Heines ideale Anregungen gewesen sein – ausgelöst von der Hochzeit mit Clara Wiek – innerhalb eines Jahres 138 Gesangsstücke zu komponieren. 16 Lieder davon reichten aber für Bariton Michael Roman aus, um den Begriff „Dichterliebe“ gesanglich umzusetzen und das Publikum zu begeistern.

Begleitet von dem hervorragenden Streichquartett gelang es Michael Roman, den Gefühlen, Empfindungen, dem Glück der Gedichte und Kompositionen einen Raum zu geben. Mit seinem warmen, tragenden Bariton vermittelte er Bilder und Stimmungen der Liebe. Lieder wie „Wenn ich in deine Augen seh’“, „Und wüssten’s die Blumen“ oder „Ein Jüngling liebt ein Mädchen“ waren Skizzen dieser Empfindungen.

Doch auch die Bewunderung der Natur erkannte man in der Stimme Romans wieder, besonders wenn sie von einem zarten Nachspiel des Quartetts unterstützt wurde. So hörte man es bei den Liedern „Im wunderschönen Monat Mai“, „Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne“ und „Am leuchtenden Sommermorgen“.

Minutenlanger Applaus

Am Ende des Konzerts wurde das gesamte Ensemble mit minutenlangem Beifall gefeiert. Es war eine beispielhafte Vorstellung für die Größe des internationalen Musikschaffens der fünf Künstler, die aus Lettland, Korea, Moldawien und Venezuela stammen. Sie bedankten sich mit der Ballade „Die beiden Grenadiere“ und mit dem Lied „Der Mond ist aufgegangen“, bei ihren Gästen. Die stellvertretende Kulturamtsleiterin Doris Hannemann kündigte bereits die Termine der 13. Konzertreihe an. Sie beginnt am Sonntag, 20. Oktober, um 17 Uhr.

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