Viernheim

Podiumsdiskussion Vertreter mehrerer Religionen erläutern Bestattungsrituale / Kreuz und Gebetskette als Symbole

Von Sterben, Tod und Trauer

Viernheim.Im Monat November wird im Christentum an verschiedenen Tagen der Verstorbenen gedacht. Dies hat das Viernheimer Forum der Religionen zum Anlass genommen, das Thema Sterben, Tod und Trauer aus der Perspektive von Islam, Judentum und Christentum zu beleuchten. Hierzu fand in der Trauerhalle des Waldfriedhofs eine Podiumsdiskussion statt, die von der Stadtverordneten Nina Mayer-Kotlenga geleitet wurde.

Das Themenspektrum reichte von Sterbebegleitung über Bestattung und Durchführung spiritueller Rituale bis hin zu der Frage, welche Hoffnungen sich Gläubige über den Tod hinaus machen. Diesen Fragen widmeten sich Bestatterin Tina Föhr, Abdullah Ergün, Student der islamischen Theologie, der islamische Bestatter Osman Sari, der Vorsitzende des jüdischen Religions- und Kulturvereins in Viernheim, Mykhaylo Kotlyarsky, die katholischen Gemeindereferenten Herbert Kohl und Christina Feifer sowie der evangelische Pfarrer Markus Eichler.

Informativer Abend

Begrüßt wurden die zahlreichen Podiumsbesucher von Gerd Baltes, dem pädagogischen Leiter des Lernmobils. Hauptziel des Abends sei es, so Baltes, Wissen und Kenntnisse über die in Viernheim vertretenen Religionen zu vermitteln. So erklärte etwa Osman Sari anhand von Anschauungsmaterial, die Sterberituale des Islam. Der angehende Ausbilder von Imamen, Abdullah Ergün, brachte eine Gebetskette mit, deren Perlen die 99 Namen Allahs symbolisierten.

Gemeindereferentin Christina Feifer zeigte ein kleines Kreuz, das Verstorbenen oftmals in die Hand gelegt wird. Herbert Kohl hatte eine große Osterkerze und Weihwasser mitgebracht, während Pfarrer Eichler neben einer Kerze auch eine Jacke vorzeigte, die ihn als Notfallseelsorger kenntlich macht.

Unter anderem wurde auch die Begleitung von Sterbenden thematisiert. Die Sterbebegleitung durch Pfarrer, so die christlichen Theologen, werde zunehmend seltener. Ergün berichtete derweil von der Pflicht eines Muslims, auf dem Sterbebett das Glaubensbekenntnis zu sprechen und bestimmte Verse des Korans zu rezitieren. Zudem müssten Verstorbene innerhalb eines Tages bestattet werden.

Engagierte Diskussion

Nach der Podiumsdiskussion folgte eine Fragerunde, an der sich das Publikum engagiert beteiligte. Hierbei wurden unter anderem die Auferstehung von den Toten und der Umgang mit der Angst vor dem Tod besprochen.

Die Erörterung dieser Fragen erweiterte den Wissensschatz des Publikums und diente gleichsam dem besseren Verständnis aller in Viernheim vertretenen Religionen. kos

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