Viernheim

Apostelkirche Katholischer Frauenbund zeigt Ausstellung über Christinnen im KZ Ravensbrück

Wegen des Glaubens verfolgt

Archivartikel

Viernheim.Sie hießen Gertrud Luckner, Maatje de Jonge van den Heuvel oder Bianca Paganini – drei von unzähligen Frauen, die während der Herrschaft der Nationalsozialisten wegen ihres christlichen Glaubens und der Zugehörigkeit zu bestimmten Religionsgruppen verfolgt, verhaftet und sogar ermordet wurden. Über 13 Frauen-Schicksale berichtet die Ausstellung „Ravensbrück 1939 bis 45: Christliche Frauen im Konzentrationslager“, die der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) in Kooperation mit der Stadtverwaltung in Viernheim präsentiert. In der Apostelkirche ist die Ausstellung vom 30. August bis 27. September zu sehen.

Die Auftaktveranstaltung findet am Freitag, 30. August, um 17 Uhr statt. Dabei gibt es eine kurze Einführung in die in drei Bereiche eingeteilte Ausstellung. 13 Frauen, unterschiedlicher konfessioneller Kulturen, die in das KZ Ravensbrück verschleppt wurden, werden im ersten Teil porträtiert. Der zweite Abschnitt ist den religiösen Praxen im Konzentrationslager gewidmet, die weitgehend unsichtbar und unerkannt bleiben mussten. Es wird gezeigt, wie der Mangel an liturgisch wichtigen Objekten und Schriften auf manchmal abenteuerliche Weise kompensiert wurde. Der dritte Ausstellungsteil wendet sich der Frage nach der religiösen Praxis im Umfeld des Konzentrationslagers zu.

Die Ausstellung ist während der täglichen Öffnungszeiten der Apostelkirche frei zugänglich. Zusätzlich bietet der Frauenbund Viernheim für die Dauer der Ausstellung weitere begleitende Veranstaltungen in der Kirche an. Am Dienstag, 3. September, wird um 19 Uhr der Film „A Rose in Winter“ über Edith Stein gezeigt. Am Montag, 9. September, lädt der KDFB ab 19 Uhr zu einer szenischen Lesung unter dem Titel „Viernheimer Frauen geben den Frauen aus Ravensbrück eine Stimme“ ein.

Zeitzeugen berichten

Knapp eine Woche später, am Dienstag, 17. September, ist Stefan Ackermann um 19 Uhr zu einem literarischen Abend in der Kirche. Am Sonntag, 22. September, haben Zeitzeugen das Wort: Wie haben Viernheimer die Jahre zwischen 1933 und 1945 erlebt? Die Gesprächsrunde findet im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst gegen 11.30 Uhr statt. Ihren Abschluss findet die Ausstellung, die anlässlich des Deutschen Evangelischen Kirchentages 2017 in Berlin von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten konzipiert wurde, am Donnerstag, 26. September, im Rahmen des Gottesdienstes um 19 Uhr.

Derjenige, der Interesse an einer Führung durch die Ausstellung hat, kann sich bei Inka Träger vom Vorstand des KDFB Viernheim per E-Mail an inka.traeger@frauenbund-viernheim.de melden.

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