Viernheim

Naturheilverein Sachverständiger Wolfram Römmelt informiert über weltweite Entwicklung des Rebenanbaus

Weniger, aber besserer Wein

Archivartikel

Viernheim.Gute Nachricht aus der Naturheilkunde: Bei einem Vortrag des Naturheilvereins Viernheim, Weinheim und Umgebung informierte der Viernheimer Weinsachverständige Wolfram Römmelt über die weltweite Entwicklung des Weinanbaus. Dabei stellte er fest, dass der Weinkonsum in den letzten Jahrzehnten vor allem in den großen Anbaugebieten Frankreich, Italien und Spanien zurück ging. In diesen Ländern wird vor allem der Alltagswein gemieden, da Gewächse mit hoher Qualität bevorzugt werden, was übrigens auch in Deutschland festgestellt werden kann.

Wein als Naturheilmittel

Diese Verbesserung wird in der Naturheilkunde begrüßt, weil der Wein bei manchen Beschwerden auch als Naturheilmittel verwendet wird. In diesem Zusammenhang vermittelte der Referent wichtige Ereignisse aus der Geschichte des Weinbaus. Viel verändert hat sich im Weinbau durch die Ankunft von Schädlingen aus Nordamerika in der zweiten Hälft des 19. Jahrhunderts. Zwei Mehltauarten und die Reblaus machten sich in den Weinbergen breit. Die heimischen Winzer bekamen viel zusätzliche Arbeit, denn nun mussten alle Reben gepfropft und regelmäßig mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden.

Das wiederum bereitete als Belastung der Anbauflächen große Sorgen. Das geschah ursprünglich mit Schwefel und Kupfer, was im Bio-Anbau noch heute der Fall ist, doch bald setzten sich im konventionellen Anbau chemisch-synthetische Mittel durch, von denen jedoch große Mengen gebraucht und somit zu einer erheblichen Umweltbelastung wurden. Nur drei Prozent der EU-Agrarfläche macht der Weinbau aus, auf ihn entfallen jedoch 20 Prozent der eingesetzten Spritzmittel.

Dies war der Grund, weshalb sich verantwortungsbewusste Winzer für alternativen Bio-Anbau ihrer Rebflächen entschieden, was viele Weinfreunde ausdrücklich begrüßten. Auch in der Naturheilkunde findet diese Entwicklung Beifall. Nach den Angaben des Weinbauexperten sind zur Zeit in Deutschland etwa acht Prozent der Rebflächen Bio zertifiziert. In Frankreich sind es zehn, in Italien sogar 15 Prozent .

Eine kritische Epoche erlebte die Landwirtschaft und somit auch der Weinbau, als ihr der im ersten Weltkrieg massenhaft produzierte Stickstoff angeboten wurde. Bei dem Bemühen der Selbstversorgung mancher Betriebe entstanden die ersten Bio-Verbände, deren Hauptanliegen es war, diese Selbstversorgung zu erhalten. Natürlich berichtete Wolfram Römmelt auch über die Auswirkungen des Klimawandels, der zur Folge hat, dass die Weinlese immer früher beginnt. In diesem Jahr war das schon im August der Fall. Durch den Klimawandel verändern sich auch die Weine. „Sie werden ebenso wie das Klima mediterraner. Sie haben mehr Alkohol und weniger Säure“, stellte der Weinexperte fest. Doch auch das hat seinen Preis, denn aus wärmeren Ländern haben sich Schädlinge eingenistet. Römmelt erwähnte den Holzpilz Esca und die Kirschfruchtfliege.

Unterschiedliche Bewertungen

Beim Thema „Wein und Gesundheit“ kommen Studien zu unterschiedlichen Bewertungen. Einige raten, den Wein als alkoholisches Getränk ganz zu meiden, andere loben bei maßvollem Konsum den Wein als ein Getränk mit lebensverlängernder Wirkung und betrachten ihn als einen wertvollen Beitrag zur Lebensqualität. In dieser Eigenschaft wird der Wein auch weiterhin ein beliebtes und begehrtes Naturheilmittel bleiben. Das große Interesse, das der Vortrag Römmelts fand, zeigte sich bei den vielen Fragen, die danach aus dem Publikum gestellt wurden. Wer noch mehr über die Welt des Weins erfahren möchte, dem sei eine Weinprobe mit Wolfram Römmelt oder die Teilnahme an einem seiner Kurse über den Wein empfohlen. H.T.

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