Viernheim

Partnerschaft Zwei Lehrer aus Burkina Faso informieren sich über das Bildungssystem in Viernheim

„Wenn wir zurück sind, werden wir tagelang nur erzählen“

Archivartikel

Viernheim.„Unsere Köpfe sind voll mit neuen Eindrücken“ meint Gilbert Kaboré, und Désiré Rouamba fügt hinzu: „Wenn wir zurück sind, werden wir tagelang nur erzählen.“ Die Gäste aus Burkina Faso sitzen bei einer Tasse Kaffee zusammen und denken zurück an die Erlebnisse, Begegnungen und Gespräche der vergangenen zwei Wochen. Gilbert Kaboré und Désiré Rouamba gehören dem Verein „Yaa Soma Burkina Faso“ an, der im vergangenen Jahr offiziell gegründet und eingetragen wurde, und haben ihren Partnerverein in Viernheim besucht.

Helga Winkenbach und Gaby Weik und das Yaa-Soma-Team haben mit den afrikanischen Gästen ein großes Programm abgearbeitet, bei dem die Projekte diskutiert wurden, aber auch die Region und die deutsche Kultur erkundet worden. Bei ihrem Deutschlandbesuch standen deshalb Gespräche mit den Vereinsmitgliedern, Treffen mit Spendern und Unterstützern und vor allem Besuche in Schulen auf dem Plan. Schwerpunkt der Arbeit von Yaa Soma ist nämlich die Unterstützung der Schulen in Burkina Faso. Die Schüler in den Viernheimer Schulen hätten sich auf den Besuch aus Afrika sehr gut vorbereitet und den beiden Männern viele Fragen gestellt. In der Kita Kirschenstraße haben die Kinder ihre Fragen aufgemalt – ob es Blumen gibt in Afrika, ob es regnet und wie die Häuser dort aussehen, wollten sie wissen.

In den Schulen drehten sich die Nachfragen vor allem um die Klassen, die Lehrer, die Fächer. Die Schüler hinterfragten die geschilderten Schulsituationen auch – wollten zum Beispiel wissen, wie man denn mit 80 Kindern in einer Klasse lernen könne. „Die Kinder waren sehr offen, hatten keine Berührungsängste und waren schon sehr sensibilisiert für die Themen in Afrika“, freut sich Gilbert Kaboré.

Nicht zu kurz gekommen ist während der vergangenen zwei Wochen das touristische Programm. „Wir waren in Straßburg, in der Ägypten-Ausstellung des Reiss-Engelhorn-Museums, in Heidelberg und Neckarsteinach, und im Automuseum in Ladenburg“, zählt Helga Winkenbach auf.

Die Saalburg hat Gilbert Kaboré nachhaltig beeindruckt. „Die Römer waren wegweisend für diese Gesellschaft“, meint er, und Helmut Träger bestätigt ihn: „Das ist dort auch hervorragend dargestellt.“ Für Désiré Rouamba war die Weinlese mit modernen Maschinen besonders imposant und eine Schifffahrt.

„Er war das erste Mal überhaupt auf einem Schiff“, erzählt Helga Winkenbach lachend. Die afrikanischen Gäste konnten auch das gesellschaftliche Engagement der Viernheimer erleben – beim Freiwilligentag halfen beide tatkräftig mit und besuchten die Parlamentssitzung unter freiem Himmel. Die beiden studierten auch jeden Tag die lokalen Zeitungen und Internetplattformen. „Wir waren fast jeden Tag irgendwo in der Presse zu sehen“, hat Gilbert Kaboré festgestellt und erzählt, dass es in Burkina Faso nur nationale Zeitungen gäbe. In den Dörfern ist das Radio das beherrschende Medium – auch, weil die Vielzahl der Burkiner gar nicht lesen kann.

Schulräume instandsetzen

Wenn sie heute wieder nach Burkina Faso zurückfliegen, haben beide nicht nur viele Eindrücke im Gepäck, sondern auch neue Projekte vor sich. Schulbänke und Material wird in den Schulen verteilt, dazu werden Schulräume instandgesetzt.

„Vielleicht weiten wir den Gesundheitsbereich aus und bieten theoretische Aufklärung an“, berichtet Helga Winkenbach, was sich bei den Gesprächen herauskristallisiert hat. Konkretisiert werden die neuen Projekte im Januar des kommenden Jahres. Dann macht sich eine neunköpfige Gruppe aus Viernheim auf den Weg nach Burkina Faso, zum Gegenbesuch bei Yaa Soma.

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