Viernheim

Filmabend DGB-Ortsverband zeigt „Der marktgerechte Patient“

Werbung für echte Fürsorge

Viernheim.„Wir alle leiden mit kranken Kindern“, sagt eine Ärztin aus der Kinder-Intensivstation München. „Aber wir können mit kranken Kindern kein Geld verdienen.“ Damit ist nur ein Teil der Zustände beschrieben, die in der Filmdokumentation „Der marktgerechte Patient“ aufgezeigt werden. Der DGB-Ortsverband hatte zu dem Filmabend mit anschließender Diskussion eingeladen, stieß dabei aber nur auf geringes Interesse.

Leslie Franke und Herdolor Lorenz beschreiben in ihrem Dokumentarfilm die Ursachen und Folgen der Fallpauschalen, die 2003 als verbindliche Vergütung der Krankenhäuser eingeführt wurden. Nach Meinung der Kritiker hat dies zur Folge, dass Krankenhäuser mehr Geld einnehmen, wenn sie Patienten schnell abfertigen als wenn sie individuell auf sie eingehen. So gibt es laut der Schilderung eines Arztes für eine Behandlung in der Notfallaufnahme 30 Euro, gebraucht würden aber 130 Euro.

Die Filmemacher haben mit Medizinern, Pflegepersonal, Patienten und Krankenhausmanagern gesprochen und werben für eine soziale Gesundheitsversorgung, in der Empathie und Fürsorge im Vordergrund stehen. Der Film „Der marktgerechte Patient“ beschreibt den aus ihrer Sicht „ungesunden Zustand“ deutscher Krankenhäuser. JR

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