Viernheim

Fußball-WM Der „Südhessen Morgen“ befragt Experten nach ihrer Prognose zum heutigen Spiel der DFB-Elf gegen Schweden

„Wir brauchen Jungs, die heiß aufs Spiel sind“

Archivartikel

Viernheim.Ganz Deutschland blickt heute Abend nach Sotschi – und Viernheim zittert mit. Jogis Jungs bestreiten ihr zweites Gruppenspiel gegen Schweden, und eines ist sicher: Die Region drückt die Daumen. Der „Südhessen Morgen“ hat Fußballexperten gefragt, wie ihre Prognose für den Ausgang des Spiels und damit für den Verbleib des deutschen Teams im Turnier ausfällt.

Das Spiel ist aus? Noch lange nicht. Verschiedene Szenarien sind möglich – und Deutschland kann im Turnier bleiben. Am besten wäre hierfür natürlich ein Sieg gegen Schweden, damit keine Zitterpartie entsteht. Ralf Schmitt, Abteilungsleiter Fußball des TSV Amicitia 1906/09 Viernheim, ist optimistisch: „Das deutsche Team hat nach wie vor noch gute Chancen eine Runde weiter zu kommen“, sagt er. Doch dafür gäbe es noch einiges zu tun. Schmitt sieht vor allem die Verteidigung der Elf kritisch: „Im Spiel gegen Mexiko – aber auch in den letzten Testspielen – waren in der Defensive einfach zu viele Räume für gegnerische Konterangriffe vorhanden“, findet Schmitt.

Bundestrainer gefordert

Insbesondere sieht er auch den Bundestrainer gefordert, die Spieler mental aufzubauen und durch die ein oder andere Umstellung im Team neue Impulse zu setzen. Wichtig für einen Sieg sei jetzt, dass sich eine Mannschaft findet, die als Einheit auf dem Platz steht. Auch Othmar Pietsch, Jugendleiter des Fußballkreises Mannheim, zählt auf die richtige Einstellung des deutschen Teams, denn er weiß:„Kicken können die Jungs ja.“ Er wünscht sich schnellere und präzisere Aktionen der Mannschaft – die bisherigen waren ihm zu behäbig. Auch vermisst er in der Mannschaft jemanden, der mal auf den Tisch haut: „Da hätte ich mir einen Typen wie Sandro Wagner gewünscht“, so Pietsch.

Linette Hofmann, Fußballerin beim TSV Amicitia Viernheim, erhofft sich von der Elf ein weniger vorhersehbares Spiel. Die 13-Jährige spielt beim TSV in der Jungen- und Mädchenmannschaft – und das sehr erfolgreich. Für nächste Woche hat sie eine Einladung zum Sichtungslehrgang des Deutschen Fußball Bundes erhalten. Eine Schwäche der deutschen Mannschaft sieht die junge Sportlerin darin, dass die Gegner die Stärken der Deutschen zu gut kennen – und sich taktisch darauf einstellen können.

Individuelle Klasse

„Jogi sollte mehr auf die Spieler setzten, die heiß auf das Turnier sind, zum Beispiel Brandt oder Reus, die haben noch nie eine Weltmeisterschaft gespielt und wollen sich zeigen“, lautet ihr Rat an den Bundestrainer. Sie ist sicher, dass die Jungs es in die nächste Runde schaffen. Denn die individuelle Klasse der einzelnen Spieler sei besser als die der meisten Gegner, so die 13-Jährige.

„Wenn sich die Mannschaft auf ihre Stärken besinnt und sich jeder Einzelne in jeder Hinsicht in den Dienst der Mannschaft stellt, dann sehe ich gute Chancen, das Spiel gegen mit Sicherheit hochmotivierte Schweden zu gewinnen“, betont auch Uwe Beck, Jugendkoordinator und Herrentrainer des TSV Amicitia. „In den vergangenen Tagen gab es von den Spielern immer wieder Äußerungen, dass sie sich untereinander ausgesprochen und die Fehler direkt aufgezeigt haben“, so Beck.

Doch das alleine reiche nicht, sagt der Viernheimer Trainer. Taten müssten folgen, und hierbei sei vor allem das Trainerteam und allen voran Joachim Löw gefordert. Sei es durch ein oder zwei Veränderungen in der Startformation oder in der taktischen Ausrichtung. „Letztendlich sind dann die Spieler gefragt, das in sie gesetzte Vertrauen des Trainerstabs zu bestätigen und durch ein engagiertes, lauffreudiges und konzentriertes Spiel ein Weiterkommen zu ermöglichen“, unterstreicht Beck. Für Denis Treichel, Zweiter Vorsitzender der SG 1983 Viernheim, fehlt momentan ganz klar „ein Brecher wie damals Schweinsteiger im Mittelfeld“. Treichel sieht im Spiel gegen Schweden eine Mammutaufgabe für die Deutschen. Jedoch ist auch er optimistisch und hofft auf einen knappen Sieg. Damit reiht er sich ein in die Reihe der Viernheimer Sportbegeisterten, die mit ihren Erwartungen die Latte für das DFB-Team hochlegen.

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