Viernheim

Entwicklungshilfe Delegation aus Silly bis Dienstag zu Gast / Verantwortliche arbeiten an Handlungsvorschlägen für Partnerschaft

„Wir wollen ein neues Denken anstoßen“

Viernheim.„Silly, ça va“. Eric Tebi Benao berichtet, dass man in Burkina Faso derzeit nicht klagen kann. „Die lange Regenzeit lässt eine gute Ernte erwarten“, übersetzt Bouma Bazie die Erzählungen des Bürgermeisters. Eine Delegation aus Silly, der Partnergemeinde von Viernheim, ist am Freitag im Rathaus begrüßt worden.

Bürgermeister Eric Tebi Benao, der Erste Stadtrat Kamou Konaté, der Umweltbeauftragte Xavier Zingué und Abbé René Nana, Leiter der Trägerinstitution des Berufsausbildungszentrums, beraten zusammen mit Vertretern des Vereins Focus über das Handlungsprogramm der Klimapartnerschaft. Im Rathaus lernen die Gäste auch den neuen Dezernenten Bastian Kempf kennen: „Beim Ersten Stadtrat landen die schwierigsten Aufgaben“, meint Kamou Konaté lachend zu seinem Viernheimer Amtskollegen. Bürgermeister Matthias Baaß berichtete von der neuen Partnerschaft mit Mława.

Ziel des Besuchs der afrikanischen Delegation ist die Ausarbeitung eines Projektvorschlags für das Handlungsprogramm Klimapartnerschaft. Dabei geht es weniger um eine konkrete einmalige Maßnahme, sondern um einen größeren Schritt. „Es soll etwas sein, das einen großen Bildungsinhalt hat“, deutet Hofmann an, und Bernhard Finkbeiner ergänzt: „Die bisherigen Lebensentwürfe sind angesichts des Klimawandels nicht mehr gültig, in Burkina Faso genauso wie in Viernheim.“

Veränderungen könne man nur bewirken, wenn man die Menschen frühzeitig vorbereite, und das am besten über eine breit angelegte Bildungspolitik. Als Beispiel nennt er Mobilität: Hierzulande denkt man darüber nach, das Auto weniger zu benutzen; in Burkina Faso sei es noch höchst erstrebenswert, überhaupt ein Auto zu besitzen. „Wir wollen mit unserem Projektvorschlag ein neues Denken anstoßen“, meint Finkbeiner, ohne dem letztendlichen Entwurf vorgreifen zu wollen. Mit den ersten Beratungen haben Deutsche und Afrikaner am Freitag begonnen, bis Dienstag gehen Gespräche und Exkursionen weiter. Die Gesprächsteilnehmer schauen sich Möglichkeiten der Wasseraufbereitung an oder erfahren von neuen Technologien in der Landwirtschaft. Dazwischen kommen auch Geselligkeit und Kultur nicht zu kurz, so stehen Besuche des Altstadtfests in Ladenburg und des Technikmuseums in Speyer auf dem Programm.

Ministerium lädt ein

An diesem Samstag sind die Gäste beim Winzerfrühstück. Im Vorfeld der Arbeitswoche in Viernheim waren Eric Tebi Benao und Kamou Konaté schon mit Vertretern von Focus auf Einladung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bei einer kommunalen Partnerschaftskonferenz in Hannover.

„Einer der drei Konferenztage stand ganz im Zeichen von Klimapartnerschaft“, berichtet Hofmann, dass man viel über Voraussetzungen und Bestimmungen erfahren habe. Das Focus-Projekt „Ein Kind – ein Baum“ sei als Beispiel dafür vorgestellt worden, wie konkrete Hilfe und Bildungsarbeit vereint werden können. „Die Konferenzteilnehmer waren begeistert von diesem Projekt“, bestätigt Benao. Auch die Tatsache, dass die Viernheimer so oft vor Ort in Burkina Faso seien, sei viel gelobt worden. su

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