Viernheim

Stadtentwicklung Vertreter der Verwaltung diskutieren mit Anwohnern über die Verkehrssituation in der Blauehutstraße

Wunsch nach mehr Parkplätzen

Viernheim.Genug Parkflächen im öffentlichen Raum schaffen, aber auch Halteverbote aussprechen, die Raserei unterbinden und die Gehwege breit genug für Fußgänger, Kinderwagen und Rollstühle gestalten: Die Wünsche der Bürger für die Blauehutstraße sind vielfältig. Das wird bei dem Treffen deutlich, zu dem Erster Stadtrat Bastian Kempf die Anwohner eingeladen hat.

In erster Linie geht es dabei um das Parken in der Straße. Im Sommer wurde die Parksituation dahingehend reguliert, dass man den vereinzelt gekennzeichneten Plätzen weitere markierte Stellflächen folgen ließ. Das Parken außerhalb dieser Flächen ist seitdem verboten. So soll unter anderem gewährleistet sein, dass Einsatzfahrzeuge im Notfall den Bereich ungehindert passieren können. „Die Anwohner haben zurückgemeldet, dass die Lösung nicht das Gelbe vom Ei ist und wir nachbessern könnten“, sagt Erster Stadtrat Bastian Kempf.

Für die Einsatzkräfte hat sich die Lage erheblich verbessert: Bei einer unangekündigten Testfahrt durch die Straße stehen nur wenige Fahrzeuge außerhalb der Parkmarkierung, das Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr kommt nahezu reibungslos auch durch die engen Stellen. „Es gibt immer mehr Autos in Viernheim, und die wollen untergebracht sein“, so Kempf. „Die Straßen sind aber nicht breiter geworden, die Grundstücke nicht größer.“ Die Stadt habe in erster Linie für die Sicherheit zu sorgen und deshalb im Sommer die Parkmarkierungen angebracht und damit den Parkraum erst einmal erheblich eingeschränkt. Nach den Rückmeldungen der Bürger, dass die Stellplätze nicht ausreichen, hat die Stadtverwaltung einen neuen Vorschlag für mehr Parkraum in der Blauehutstraße erarbeitet.

Carsten Miller vom Amt für Stadtentwicklung und Umweltplanung stellt auf drei Tafeln vor, wo weitere Parkplätze geschaffen werden könnten: Im südlichen Teil mit den niedrigen Hausnummern bleiben die Flächen demnach wie bisher markiert. Im nördlichen Abschnitt kämen die meisten Stellflächen dazu. Dort könnte dann auf beiden Seiten geparkt werden. Im mittleren Teil würde ein einzelner Parkplatz, der die Verkehrsteilnehmer bisher zum Abbremsen gezwungen hat, von der einen Fahrbahnseite auf die andere verlegt werden. Die Experten aus der Verwaltung zeigen sich bei der Aussprache offen für die Nachfragen und Anregungen der Bürger. Ein Besucher regt an, eventuell den Lindenplatz mit dem alten Brunnen und den schon umgestalteten Waageplatz als Parkflächen zu nutzen.

Vorerst keine Bußgelder

Auch der Ansatz, die Stellflächen zu reinen Anwohnerparkplätzen umzuwidmen, wird ins Spiel gebracht. „Das hat aber nicht nur negative Auswirkungen auf die Gastronomie, auch private Besucher könnten in der Straße nicht parken“, entgegnet Kempf spontan. Einige Anwohner zweifeln, ob bei einer Umsetzung des Konzepts die Gehwege noch breit genug wären. „Es sind überall mindestens 1,25 Meter Platz“, betont Miller. Die Verwaltung habe genau gemessen und festgestellt, dass die Breite für Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühle ausreiche. Auch eine mögliche Einbahnstraßenregelung ist Thema. „Das muss in einem Gesamtkonzept für ganz Viernheim erfolgen“, erklärt Martin Bosold vom Ordnungsamt. Die derzeitige Situation in der Blauehutstraße gelte noch als Testphase, in der keine Bußgelder für falsches Parken verhängt würden. Erst mit einer endgültigen Regelung würden Verstöße auch geahndet. Die Stadt nimmt alle Anregungen aus dem Austausch nun mit in die finale Planung. „Wir wissen, dass man nie alle zufrieden stellen kann“, meint Bastian Kempf abschließend und verspricht: „Wir werden einen Kompromiss finden.“

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