Viernheim

Vogelpark Einrichtung besteht seit 60 Jahren / Geplante Feier wegen Corona-Krise ausgefallen / Viele Jungtiere zu sehen

Zahlreiche Zuchterfolge

Viernheim.Eigentlich sollte am vergangenen Wochenende groß gefeiert werden: Der Vogelpark Viernheim wird in diesem Jahr nämlich 60 Jahre alt. 1960 wurde der Park am Waldrand gebaut und eröffnet. Doch die große Geburtstagsfeier musste ausfallen.

Wegen der Corona-Pandemie hatte der Vogelpark sechs Wochen lang geschlossen. Für die Ehrenamtlichen des Verein Vogelpark eine schwierige Zeit, denn der Betrieb musste mit wenig Personal aufrecht erhalten werden. „Die Helfer haben sich, mit einem Minimum an persönlichen Kontakten, weiterhin um Tiere und Anlage gekümmert“ erzählt Michael Haas, Kassenwart des Vogelpark-Vereins.

Sorgen bereitete auch die finanzielle Situation – die Tiere mussten gefüttert werden, auch wenn keine Einnahmen in den Spendenkassen landeten und auch der abgesagte Frühlingsmarkt keine Erlöse brachte. „Wir haben glücklicherweise eine breite Unterstützung erfahren, sei es durch Spendeneingänge oder durch die Stadt Viernheim, die uns mit der frühzeitigen Auszahlung der Vereinsförderung sehr geholfen hat“, bedankt sich Haas.

Gut besucht

Seit der Wiedereröffnung ist der Park gut besucht, vor allem viele Familien mit Kindern statten Papagei, Beo und Eule einen Besuch ab. „Die Viernheimer haben den Park neu entdeckt“, sagt Michael Haas lachend, „sie nehmen das Angebot an und honorieren damit auch das Engagement der Mitarbeiter und Vereinsmitglieder. Und die strahlenden Kinderaugen geben uns Mut, immer weiter zu machen.“

Die Besucher würden sich vorbildlich an die notwendigen Abstands- und Hygieneregeln halten. Die Helfer haben in den vergangenen Wochen an der Anlage gearbeitet. So ist ein neues Mäuerchen am Papageienhaus gesetzt worden, ein Weg angelegt und das Areal um die Volieren bepflanzt worden. Auch der Bachlauf wurde wieder in Betrieb genommen. Die Pumpe läuft, und so plätschert nun tagsüber das Wasser in den Flamingoteich.

Wer den Park in diesen Tagen besucht, kann außerdem sehr viele Jungtiere sehen. Der Verein hat in der Corona-Krise zahlreiche Zuchterfolge notieren können. So hat das Weißnackenkranich-Paar gleich doppelten Nachwuchs bekommen. Die zwei Küken sind inzwischen ordentlich gewachsen.

Weil die Eltern ihre Jungen aber vehement verteidigen, ist zur Sicherheit der Besucher das Gehege abgesperrt. Beim Edwardsfasan sind Küken geschlüpft, und bei den Silberfasanen laufen gleich zwölf Küken hinter der Mutter her. Weitere Jungtiere gibt es bei den Säbelschnäblern oder bei den Beos, dazu sind Cröllwitzer Puten geschlüpft und Chukar-Steinhühner – bei ihnen kann man die Küken durch das Kükenfenster im Bauernhof beobachten.

Und erst kürzlich gibt es einen weiteren seltenen Zuchterfolg: gleich drei kleine „Lachende Hänse“ sitzen im Nest. 60 Jahre nach der Gründung blickt der Verein Vogelpark aber auch nach vorne, in Corona-Zeiten allerdings nicht allzu weit. Dass der eigentlich für September geplante Bauernmarkt abgesagt werden muss, steht inzwischen schon fest.

Schlemmernest schließt

Das hängt maßgeblich vom Infektionsgeschehen und den gesetzlichen Voraussetzungen ab. Klar ist bereits, dass es eine Veränderung in der Gastronomie geben wird. Verein und Pächter konnten sich nicht auf eine Weiterführung des auslaufenden Pachtvertrags für das Restaurant einigen, so dass das Schlemmernest zum 31. Oktober nach mehr als 20 Jahren schließen wird.

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